Artikel zum Thema: Medien
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Fachdienst medien"Das ist ein Prozess"

MDR-Intendantin Karola Wille hat im Januar 2016 den Vorsitz der ARD übernommen. Zu Beginn ihrer Amtszeit kündigte sie an, sie wolle sich im Senderverbund für eine "umfassende Transparenz im wirtschaftlichen und journalistischen Handeln" einsetzen und für eine "Fehlerkultur, die von Offenheit und Kritikfähigkeit gegenüber den Beitragszahlern" bestimmt ist. Wille (58) ist seit November 2011 Intendantin des MDR. Zuvor war sie von 1996 bis 2011 Juristische Direktorin des Senders.

Fachdienst medien"Das Publikum schaut, was serviert wird"

Nach Kinofilmen wie "Der Untergang" und "Elser - Er hätte die Welt verändert" kehrt Regisseur Oliver Hirschbiegel zum Fernsehen zurück. Sein Dreiteiler "Der gleiche Himmel" wird am 28., 29. und 30. März im ZDF gezeigt. Die Koproduktion von ZDF, Ufa Fiction und Beta spielt im geteilten Berlin der 70er Jahre. Tom Schilling spielt darin einen jungen Stasi-Agenten, der als Romeo auf eine Mitarbeiterin des britischen Geheimdiensts in Westberlin angesetzt wird. "Same Sky" ist als Serie für den internationalen Markt konzipiert, eine Fortsetzung ist geplant.

Fachdienst medien"Eine ernste Debatte"

Stefan Raue (59), seit 1. September 2017 Intendant des Deutschlandradios, wünscht sich, dass sich Politiker und Vertreter der Kultur in der Debatte über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk deutlicher positionieren: "Ich könnte mir den gesellschaftlichen Rückenwind stärker vorstellen", sagt er. Raue war von 1987 bis 1990 freier Reporter im Landesstudio Düsseldorf des WDR und arbeitete anschließend einige Jahre als Redakteur und Redaktionsleiter bei Rias-TV und Deutsche Welle TV.

Fachdienst medien"Gefühlte Realität"

Der Frankfurter Tag des Online-Journalismus stand am 25. April unter dem Motto "Wahr ist, was gefällt? Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise" (epd 17/17). Diemut Roether, verantwortliche Redakteurin von epd medien, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der Jagd nach Emotionen in der Berichterstattung und wie diese Fokussierung auf Emotionen häufig den Blick auf die Fakten verstellt oder Recherche verdrängt. Im Folgenden dokumentieren wir den leicht bearbeiteten Vortrag.

Fachdienst medien"New York Times" schafft Ombudsmann-Posten ab

Die US-Tageszeitung "New York Times" (NYT) hat den Ombudsmann-Posten abgeschafft. Soziale Medien und die Leser im Internet seien "kollektiv unser moderner Aufpasser, wachsamer und wirkungsvoller, als eine einzelne Person sein könnte", erklärte Verleger Arthur Sulzberger. "Public Editor" Liz Spayd verabschiedete sich anschließend mit Bedauern. Der "Public Editor" sei ein "Zeichen institutioneller Integrität" gewesen, und der Verlust setze ein undeutliches Signal, schrieb sie in ihrer letzten Kolumne am 2. Juni.

Fachdienst medien"Tod einer Polizistin": Filmemacher weisen Vorwürfe zurück

Die Filmemacher Clemens und Katja Riha wehren sich gegen Vorwürfe des baden-württembergischen SPD-Politikers Wolfgang Drexler gegen ihre Dokumentation "Tod einer Polizistin - Das kurze Leben der Michèle Kiesewetter". Drexler hatte den am 24. April im Ersten gesendeten Film in einer Presseerklärung als "nicht nur grob falsch und unsachlich, sondern anstößig" bezeichnet. Dies sei "eine unzulässige Schmähkritik mit einem unwahren Tatsachenkern", schrieb der Anwalt der beiden Filmemacher, Raphael Thomas, an Drexler. Er forderte den Politiker auf, diese Äußerungen zu unterlassen.

Fachdienst medien"Vielfalt der Lesarten"

Ein Gastronomiekritiker der spanischen Tageszeitung "El País" machte kürzlich ein heroisches Selbstexperiment: Er besuchte das Restaurant, das laut dem Online-Angebot "Tripadvisor" das schlechteste Restaurant Spaniens sein soll. Der Kritiker hatte seine Zweifel, "Tripadvisor" sei für ihn keine zuverlässige Quelle, schrieb er.

Fachdienst medien"Vois" ist Geschichte. Über Medienvielfalt in der Provinz

Im Oberzentrum Münster mit seinen gut 300.000 Einwohnern gibt es mindestens sechs oder sieben lokale Blogs, die um die Gunst der Online-Leserschaft buhlen. Sie arbeiten, soweit bekannt, alle weitgehend ehrenamtlich, ihre Informationen gibt es kostenlos - ohne Paywall, ohne Werbung. Untereinander konkurrieren sie allenfalls publizistisch und in der Reichweite, um Abonnenten oder Anzeigenkunden findet kein Wettbewerb statt.

Fachdienst medien"Wir sind bereit Verantwortung zu übernehmen"

Die Landesmedienanstalten hätten sich in der Diskussion über das Netzwerkdurchsetzungssgesetz eine stärkere Einbeziehung der Länder gewünscht, sagte der amtierende Vorsitzende der Direktorenkonferenz, Siegfried Schneider, im Gespräch mit dem epd. Das Thema Hassrede im Internet beschäftige die Kommission für Jugendmedienschutz bereits seit Jahren. Die Landesmedienanstalten seien bereit "Verantwortung zu übernehmen".

Fachdienst medien7,98 Milliarden Euro Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag

ARD, ZDF und Deutschlandradio haben im Jahr 2016 insgesamt 7,98 Milliarden Euro aus Rundfunkbeiträgen eingenommen. Das waren rund 153 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, wie der Beitragsservice der Sender am 21. Juni in Köln mitteilte.

Grund für den Rückgang sei hauptsächlich die Beitragssenkung im April 2015 von 17,98 Euro auf 17,50 Euro pro Monat. Außerdem habe es mehr Befreiungen gegeben: Zum Ende des Jahres 2016 waren 2,93 Millionen Menschen vorwiegend aus sozialen Gründen von der Beitragspflicht befreit. Das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Fachdienst medienAfD kann so viel TV-Wahlwerbezeit beanspruchen wie FDP

Die AfD kann im privaten Rundfunk genauso viel Sendezeit für Wahlwerbespots beanspruchen wie die FDP. Das geht aus den "Rechtlichen Hinweisen" der Landesmedienanstalten zu Wahlsendezeiten für politische Parteien hervor, die am 17. Mai in Berlin veröffentlicht wurden. Vor der Bundestagswahl im September müssen bundesweit verbreitete Fernseh- und Hörfunksender demnach AfD und FDP jeweils mindestens drei Zeitschienen mit einer Länge von 1,5 Minuten zur Verfügung stellen.

Fachdienst medienAmazon startet neuen Channel für Eurosport-Programme

Amazon verbreitet seit dem 16. August Sportprogramme des Spartensenders Eurosport in einem eigenen Channel. Mitglieder von Amazon Prime könnten dort die "Premium-Sportinhalte von Eurosport" inklusive der Live-Übertragungen von Freitagabend-Bundesligaspielen in HD ansehen, teilten Amazon und der Eurosport-Mutterkonzern Discovery Networks in München mit. Das Angebot, das unter anderem auch die Grand-Slam-Turniere im Tennis und die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang beinhaltet, kostet 4,99 Euro im Monat.

Fachdienst medienAngeklagt wegen Pazifismus. Ruslan Kotsaba sitzt zwischen den Stühlen

Der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba bezahlt einen hohen Preis dafür, dass er sich für ein Ende des Krieges in der Ukraine einsetzt. "Wäre es nach dem Staatsanwalt gegangen, hätte ich meinen Vortrag hier erst in 13 Jahren gehalten", sagt er bei einem Treffen mit Friedensaktivisten im Januar in Mainz. Für einen Aufruf, den "Brudermord" zu beenden, saß er bereits anderthalb Jahre in Untersuchungshaft. In einem zweiten Verfahren droht ihm eine lange Gefängnisstrafe.

Fachdienst medienARD gibt 366 Millionen Euro pro Jahr für Sport aus

Die ARD hat zwischen 2013 und 2016 durchschnittlich 250 Millionen Euro pro Jahr für Sportrechte ausgegeben. Die aus dem Rundfunkbeitrag entnommene Gesamtsumme für die Sportberichterstattung im Ersten, in den Dritten Programmen und in den Digitalkanälen lag 2014 und 2015 bei je 366 Millionen Euro, wie aus Zahlen hervorgeht, die die ARD im Internet veröffentlicht hat. Damit setzt der Senderverbund knapp sieben Prozent seiner Beitragseinnahmen für das Thema Sport ein.

Fachdienst medienARD rechnet mit weniger Geld aus Rundfunkbeiträgen

Die ARD rechnet mit sinkenden Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag. In ihrer Anmeldung für den aktuellen Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) weist sie für den Zeitraum von 2017 bis 2020 rund 233 Millionen Euro weniger aus als bislang eingeplant wurden. Geringere Einnahmen verbucht der Senderverbund zusätzlich wegen der gesetzlichen Einschränkung der Werbezeiten beim WDR, insgesamt 81 Millionen Euro. Laut Mitteilung vom 2. Mai meldet die ARD für den 21. KEF-Bericht allerdings einen Überschuss von insgesamt 242 Millionen Euro.

Fachdienst medienARD sucht im Fall Wedel in den Archiven

Nach den Vorwürfen gegen den Filmregisseur Dieter Wedel sucht die ARD in den Archiven ihrer Sender und Produktionsfirmen nach Belegen. "Sobald die Untersuchungen beendet sind, wahrscheinlich in einigen Wochen, werden wir die Ergebnisse öffentlich machen - soweit das im Rahmen des Opferschutzes möglich ist", sagte der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm am 7. Februar.

Fachdienst medienARD und ZDF einigen sich mit Kabelnetzbetreibern

ARD und ZDF zahlen den Kabelnetzbetreibern wieder Geld für die Verbreitung ihrer Programme. Wie Vodafone und Unitymedia am 3. April mitteilten, hat die ARD mit den beiden Anbietern "langfristige Partnerschaften vereinbart" und die jahrelangen Rechtsstreitigkeiten gütlich beendet. Das ZDF habe sich mit Vodafone geeinigt, mit Unitymedia sei bislang keine Einigung erzielt worden, sagte ein Sprecher dem epd. Zu den finanziellen Details der Einigung machten die Unternehmen keine Angaben.

Fachdienst medienARD und ZDF wollen bei Olympia-Übertragung Kosten sparen

ARD und ZDF wollen die Übertragung der Olympischen Winterspiele 2018 aus Südkorea günstiger produzieren als im Vergleichsjahr 2014. Durch die Einrichtung eines gemeinsamen Sendezentrums in Leipzig werde man Kosten reduzieren, teilten die Sender am 12. Dezember mit. Dadurch werde rund ein Drittel weniger Mitarbeiter am Ort der Austragungen sein, wie der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ZDF in Berlin sagte.

Fachdienst medienAserbaidschan: Journalist Mehman Alijew freigelassen

Nach fast dreiwöchiger Untersuchungshaft ist der prominente aserbaidschanische Journalist und Medienexperte Mehman Alijew am 11. September aus der Haft entlassen und der Aufsicht der Polizei unterstellt worden. Die Freilassung ordnete ein Bezirksgericht in der Hauptstadt Baku an, wo über drei der knapp zehn Millionen turksprachigen und vorwiegend schiitischen Aserbaidschaner leben. Der 60-jährige Alijew ist Gründer, Besitzer und Direktor der unabhängigen Nachrichtenagentur Turan. Ihm werden Steuerhinterziehung, Amtsmissbrauch und "illegales Unternehmertum" vorgeworfen.

Fachdienst medienBayerische Privatsender sollen deutsche Leitkultur vermitteln

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat die bayerischen Privatsender in einem Schreiben dazu aufgefordert, einen Beitrag zur Vermittlung der deutschen Leitkultur zu leisten. In dem Schreiben, das an die lokalen Hörfunk- und TV-Sender ging, verweist die Aufsichtsbehörde auf das Bayerische Integrationsgesetz, das seit Januar gilt. Darin werden auch der BR und die Privatsender verpflichtet, in ihren Angeboten in Rundfunk und Telemedien einen Beitrag zur Vermittlung der deutschen Leitkultur zu leisten.

Fachdienst medienBBC: 39 Millionen Euro zusätzlich für Kinderangebote

Die BBC will in den kommenden drei Jahren zusätzlich insgesamt 34 Millionen Pfund (39 Millionen Euro) in Angebote für Kinder investieren. Diese Summe soll auf existierende Budgets in diesem Bereich aufgeschlagen werden, wie aus einem Entwurf für den BBC-Jahresplan 2017/18 hervorgeht, den die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt am 4. Juli in London vorstellte. Nach der neuen Royal Charter, die am 1. Januar in Kraft trat (epd 1/17), ist die BBC dazu verpflichtet, jährlich ihre Pläne zu veröffentlichen.

Fachdienst medienBDZV kritisiert neuen Entwurf zu Telemedienauftrag

In der Auseinandersetzung um den Telemedienauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender zeigt sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) "alarmiert" über einen neuen Textvorschlag der Rundfunkreferenten. Nach dem Entwurf, der dem epd vorliegt, würde der Begriff der Presseähnlichkeit aus dem entsprechenden Passus im Rundfunkstaatsvertrag gestrichen.

Fachdienst medienBDZV kündigt "Gemeinsame Vergütungsregeln" für Freie

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat die "Gemeinsamen Vergütungsregeln" für freie hauptberufliche Journalisten an Tageszeitungen gekündigt, die 2010 mit den Gewerkschaften DJV und dju vereinbart worden waren. Anlass sei das neue Urhebervertragsrecht, erklärte der BDZV am 28. Februar in Berlin. Die Novellierung des Gesetzes habe mit Wirkung zum 1. März ein sogenanntes Verbandsklagerecht eingeführt.

Fachdienst medienBemerkenswerte Eile

In Berlin, aber auch in Brüssel spüren politisch Handelnde zunehmend die Notwendigkeit, demokratische Institutionen zu verteidigen und als erodierend wahrgenommene Folgen der Digitalisierung aufzuhalten. Journalistische Arbeit lässt sich kaum mehr finanzieren, das gesellschaftliche Gespräch verroht und die Wahl als Ankerpunkt der Volksherrschaft wird durch Falschmeldungen in ihrer Funktion gefährdet. Angesichts eines US-Präsidenten mit kindlichem Zugang zu Realität erscheint Europa dann als letztes Bollwerk gegen diese Entwicklungen - jedenfalls in der alten Welt.

Fachdienst medienBemerkenswertes Geschäftsmodell. Das neue "Spiegel Daily"

Der heißeste digitale Scheiß ist seit dem 16. Mai "Spiegel Daily": Jeden Nachmittag um 17 Uhr schalten die Kollegen vom Spiegel-Verlag die neue Digitalausgabe frei, mit der sie "einmal am Tag die Welt anhalten" wollen. Nicht mehr und nicht weniger. "Spiegel Daily" soll all denen, die nicht so nachrichtensüchtig sind, dass sie den ganzen Tag bei "Spiegel Online" rumhängen, einmal am Tag eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse des Tages bieten: "An einem Ort der ganze Tag im Überblick."

Fachdienst medienBGH weist Beschwerde im Verfahren um "Tagesschau"-App zurück

Der Rechtsstreit um die Presseähnlichkeit der "Tagesschau"-App geht in eine neue Runde: Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe den Antrag des NDR auf Zulassung der Revision am 14. Dezember 2017 abgewiesen hat, (AZ: 1 ZR 216/16) hat der Sender am 3. Januar eine sogenannte Anhörungsrüge beim BGH eingereicht. Die Bundesrichter hätten die Nichtzulassungsbeschwerde des NDR ohne Begründung zurückgewiesen, sagte der Justiziar des NDR, Michael Kühn, dem Evangelischen Pressedienst am 9.

Fachdienst medienCBS Corporation übernimmt australisches Network Ten

Der US-amerikanische Mediengigant CBS Corporation erwirbt das in finanzielle Schwierigkeiten geratene australische Medienunternehmen Ten Network Holdings. Das wurde am 27. August in Sydney und New York mitgeteilt. Zum 1964 gegründeten Network Ten zählen Fernsehsender in den fünf australischen Metropolen: ATV Melbourne, Ten Sydney, TVQ Brisbane, ADS Adelaide und New Perth.

Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienClub der Gleichgesinnten. Die Anti-Brexit-Zeitung "The New European"

Eigentlich sollte es die Zeitung als Pop-up-Blatt nur für vier Wochen geben, aber nun ist sie schon sieben Monate alt: "The New European", eine britische Wochenzeitung, die sich so gut wie nur einem Thema widmet: dem Brexit und Europa. Die Zeitung aus dem Hause Archant ist zur journalistischen Heimat derer geworden, die sich mit der nationalen Presse Großbritanniens nicht mehr identifizieren können. Und das sind viele. Denn die 48 Prozent der Briten, die gegen den Brexit gestimmt haben, finden in der medialen Landschaft kaum noch eine Heimat.

Fachdienst medienCurrywurst oder Champagner?

In dem Berliner Hotel, in dem die ARD Journalisten über ihre Sparvorschläge informierte, steht ein interessantes Gericht auf der Barkarte: Currywurst und Champagner. Da wird zusammengebracht, was eigentlich nicht zusammengehört, und böse Zungen behaupteten hinterher, die ARD-Vorsitzende Karola Wille habe der Rundfunkkommission der Länder ein Champagner-Paket verkauft, in dem doch eigentlich nur Currywurst drin gewesen sein. Alternativ wurde auch die Metaphorik vom Elefanten bemüht, der auf Mäuschengröße geschrumpft sei.

Fachdienst medienDänische Regierung will Rundfunkgebühr abschaffen

In Dänemark wird die Rundfunkgebühr abgeschafft. Dafür wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk künftig aus Steuergeldern finanziert, wie die dänische Mitte-Rechts-Regierung am 16. März in Kopenhagen mitteilte. Der Sender Danmarks Radio (DR) soll in den kommenden fünf Jahren zudem 20 Prozent seines Budgets einsparen.

Fachdienst medienDanmarks Radio drohen drastische Budgetkürzungen

Die Finanzierung des Dänischen Rundfunks gerät massiv unter Druck. Medienberichten zufolge plant die Regierung Budgetkürzungen um 12,5 Prozent. Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei drängt gar darauf, die Mittel für Danmarks Radio (DR) um 25 Prozent zu kürzen. Die Pläne werden von öffentlich-rechtlichen Sendern in ganz Europa kritisiert.

Fachdienst medienDas Beste von früher

Es lutherte in diesem Jahr auch im Fernsehen gewaltig (epd 44/17). Einer der spannendsten Luther-Filme allerdings lief auf arg entlegenen Sendeplätzen: Vom 28. bis 31. Oktober strahlte der MDR frühmorgens zwischen 6.30 Uhr und 7.10 Uhr den fünfteiligen Zyklus "Martin Luther" mit dem 1995 verstorbenen Ulrich Thein aus. Wer ihn gesehen hat, konnte allerhand Abweichungen von Sehgewohnheiten entdecken. So weiß man zunächst kaum, wer zu den Guten gehört: der joviale Tetzel oder der aufbrausende Mönch, der ihn mit theatralischen Reden und Gesten kritisiert.

Fachdienst medienDemokratisches Sicherungssystem

Irrtümer verbreiten, Gerüchte streuen, Falschmeldungen lancieren, Lügen in die Welt setzen - jede Alltagssprache der Welt kennt Ausdrücke, die eindeutig benennen, was heute gern undifferenziert in den Topf Fake News geworfen wird. Dahinter verbirgt sich eine neue Art Strukturwandel der Öffentlichkeit. Fake News können sich in blitzartig anschwellender Zahl verbreiten, weil soziale Medien technisch eine Massenkommunikation ohne professionelle Gatekeeper ermöglichen.

Fachdienst medienDer aktive Rezipient

Immer zahlreicher werden die Angebote von Audios im Internet, immer neue Verbreitungsmöglichkeiten werden von den Rundfunkanstalten erschlossen. Viele entwickeln sich zu multimedialen Unternehmen, die sich als Content-Produzenten für verschiedene Ausspielwege verstehen. Der Hörer wird dabei als Medienkonsument wahrgenommen, der sich aus den diversen Angeboten das für ihn gerade passend erscheinende zusammensucht. Und falls er das nicht selbst tun möchte, besorgt es ein Algorithmus für ihn. Im personalisierten Radio wird die Zukunft vermutet.

Fachdienst medienDer Biss ist weg. Relaunch beim "Perfekten Dinner"

Die Kamera zeigt einen Teller, auf dem undefinierbare Häufchen angerichtet sind. Der Sprecher aus dem Off kommentiert: "Es ist vielleicht kein Meilenstein in der Vorspeisen-Dekorationsgeschichte.

Fachdienst medienDer Staat und die Macht

Wir könnten es uns jetzt ganz einfach machen. Vor einem Dreivierteljahr haben wir uns an dieser Stelle kritisch mit der Neuzusammensetzung des ZDF-Fernsehrats auseinandergesetzt. Die Bilanz lautete: Trotz der offiziellen Senkung der Staatsquote auf ein Drittel gibt es wenig Staatsferne, stattdessen sitzen weiterhin jede Menge Minister, Staatssekretäre und politische Beamte in dem Gremium - die üblichen Verdächtigen aus den Strippenzieherrunden der Rundfunkkommission (epd 24/16).

Fachdienst medienDer subjektive Faktor

Der Bildungs- und Informationsauftrag, den hierzulande vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erfüllen sollen und - wie die Kritik immer wieder anmerkt - häufig verfehlen, ist in seiner besonderen Variante "Nachrichten" oder "News" bei allen Fernsehmachern, auch bei den kommerziellen, wirksam. Fernseh- und Hörfunksender, die von Werbeeinnahmen leben und deshalb vorwiegend Unterhaltung senden, möchten nicht, dass ihr Publikum zur vollen Stunde umschaltet, um woanders zu erfahren, was es Neues gibt.

Fachdienst medienDer Verrat

Alexander Costea gelingt in seinem Debütfilm ein dramaturgischer Geniestreich. Zwei Männer stehen im Mittelpunkt der Geschichte nach einem wahren Fall. Eine Mordermittlung gibt den Anlass, aber nicht den Grund für die Freundschaftsgeschichte zweier Außenseiter, von der "Die Maßnahme" handelt. Einer, Werner Seiler, ist ein kleinstadtbekannter Sonderling. Auf dem geerbten, verwahrlosten Hof lebt er am Rand der Gesellschaft. Strähnige Haare verdecken seine Physiognomie, ein Pullover aus der Kleiderspende und eine ausgebeulte Jogginghose seinen Körper.

Fachdienst medienDer Wert der Gegenöffentlichkeit. Eine dju-Tagung zur Pressefreiheit

Deniz Yücel wurde im vergangenen Jahr zum oft bemühten Symbol für eine akut bedrohte Pressefreiheit. Nicht 8.000 Kilometer entfernt in Nordkorea, nicht 5.000 Kilometer entfernt in Eritrea, sondern im Silivri-Gefängnis in der Türkei, gerade einmal zwei Autostunden von den EU-Grenzen Bulgariens und Griechenlands entfernt. Der 31. Journalistentag der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di behandelte deshalb am 20. Januar das Thema "Under Pressure - Die Freiheit nehm ich dir".

Fachdienst medienDes Waldes Ruhe zieht mich an. Das Männermagazin "Cord"

In der neuen Netflix-Serie "Dark", der ersten deutschen Produktion des Streamingdienstes, spielt der Wald eine zentrale Rolle. Er wird als klassischer Angst-Topos inszeniert, als Dickicht voller dunkler Geheimnisse, als Unheil verheißendes Labyrinth mit Höhlen, in denen Zeit und Raum aus den Fugen geraten. Ganz anders interpretiert das neue Männermagazin "Cord" den Wald. "In den Wald eintauchen", empfiehlt das Blatt.

Fachdienst medienDie Bildnisse des Jupiter-Präsidenten. Macron und die Medien

26.000 Euro: Das ist der Lohn der Visagistin, die Emmanuel Macron in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit überall begleitete und das Make-up auffrischte. Viel Make-up-Verbrauch für einen jungen, gutaussehenden Mann, aber der französische Präsident ist immer im Bild. Zum Schuljahresbeginn mit Erstklässlern in einer Schulkantine in Forbach in Lothringen, auf Staatsbesuch in Griechenland mit der Gattin an seiner Seite - der Präsident zeigt sich. Mit Journalisten redet er aber bisher nicht viel.

Fachdienst medienDie Goldschürfer. Eine Tagung zum Datenjournalismus in Berlin

Daten waren schon immer der Rohstoff des Journalismus: Journalisten recherchieren Fakten, also Daten, sie analysieren Statistiken und andere umfangreiche Dokumente, die viele Daten enthalten, und bereiten die relevantesten Informationen so auf, dass sie möglichst viele Nutzer finden. Doch die Datenmengen, die Journalisten verarbeiten müssen, werden immer größer.

Fachdienst medienDie im Shitstorm tanzt. Die Welt der Stefanie Sargnagel

Kulturjournalisten überschlagen sich: "Facebook-Superstar" nennt sie "Spiegel Online", der Kultursender 3sat schreibt, sie sei eine der "wohl provokantesten literarischen Stimmen Österreichs". Im Dezember übernahm die österreichische Autorin sogar die Moderation einer Ausgabe des Kulturmagazins "Kulturzeit" bei 3sat, die "letzte und beste Kulturzeit des Jahres", wie sie selbst sagte. Denn darin ging es großenteils um sie selbst, um Stefanie Sargnagel und ihre Welt.

Fachdienst medienDie Kuh kennt den Mörder

Wenn man die Serien mitzählt, zeigt das Fernsehen jedes Jahr Hunderte von Krimis, da lässt es sich kaum vermeiden, dass Freunde des Genres immer wieder mal Parallelen entdecken. Das gilt auch für den Auftakt zur mutmaßlich neuen ZDF-Reihe "Mordkommission Königswinkel". Schon die Konstellation der Ermittler erinnert an zwei ARD-Sonntagskrimis: Hauptkommissarin Julia Bachleitner (Lavinia Wilson) soll ihren Partner überwachen, weil der angeblich Kontakte zum organisierten Verbrechen hat - genauso begannen 2010 der "Polizeiruf" aus Rostock und 2015 der neue "Tatort" aus Berlin.

Fachdienst medienDie Unberührten

Es besteht Redebedarf. Ständig prallen irgendwo Welten aufeinander. Aber kann man überhaupt reden, mit Rechten zum Beispiel? Andreas Glarner, ein rechtspopulistischer Hetzer aus der Schweiz, befürchtet, in zehn Jahren seien Deutschland und Frankreich islamisiert und die Schweiz dazwischen eingeklemmt. Das sagt er auf Veranstaltungen und im Film. Wie redet man mit dem?

Fachdienst medienDie Welt der Toten

Fester Bestandteil der meisten Krimis ist eine Szene, in der die Kommissare den ahnungslosen Hinterbliebenen die Nachricht vom Tod ihres Angehörigen überbringen müssen. Den Schock aufzufangen, den eine solche Nachricht auslöst, dieser Aufgabe sind nur die wenigsten gewachsen. Aber "Der namenlose Tag" ist kein üblicher Krimi, und Jakob Franck (Thomas Thieme) ist kein üblicher Kommissar: Er ist geschiedener Kripobeamter im Ruhestand, der von seinen Kollegen noch immer angerufen wird, wenn wieder eine Todesnachricht überbracht werden muss.

Fachdienst medienDigitalradio-Plan ohne Datum für UKW-Abschaltung

Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan für den Umstieg auf die digitale Radioverbreitung vorgelegt. In dem Papier des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird kein Abschaltdatum für die Verbreitung von Radio über UKW festgelegt (http://u.epd.de/qpd). Die Medienstaatssekretärin des Landes Rheinland-Pfalz, Heike Raab (SPD), begrüßte den Plan. Sie bedauere jedoch, dass einige Privatradios die Schritte nicht mittragen wollten, sagte die Koordinatorin der Medienpolitik der Länder am 21. Februar dem epd.

Fachdienst medienDiskursmedium

"Allerdings veranlaßt der Rundfunk die Hörer nicht nur, sich auf Rede und Musik zu konzentrieren, sondern er läßt auch umgekehrt ihre Gedanken ins Weite schweifen." - Rudolf Arnheim.

Fachdienst medienDoppelt gelungen. Das neue Magazin "Süddeutsche Zeitung Familie"

Ungläubig starrt der Fünfjährige auf den gelben Kasten mit Tür. "Eine Art Riesenhandy zum Reinstellen", klärt der dazugehörige Artikel im Magazin "Süddeutsche Zeitung Familie" auf. Weiter geht es mit Scherzanrufen bei Herrn Kotze, Freude über Wechselgeld im Münzfach und dem Geruch nach kaltem Rauch und Pipi. Das Kind beschäftigt sich eine ganze halbe Stunde mit der Doppelseite "Endlich verstehen: Telefonzellen".

Fachdienst medienEGMR: Meinungsfreiheit deckt Kommentar über Kaczynski-Tod

Die Slowakei hat die Meinungsfreiheit verletzt, als sie einen Fernsehsender wegen eines kritischen Kommentars über den verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski verurteilte. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am 28. November in Straßburg. (AZ: 13466/12)

Fachdienst medienEhrliche Reformdebatte

Ob im Büro, auf der Straße, unter Freunden - immer wieder werde ich öffentlich mit der nicht belegbaren Äußerung konfrontiert, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk viel zu teuer sei und sorglos mit dem Geld anderer Leute umgehe. Dass solche Stimmungsmache die Verantwortlichen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk umtreibt, wird kaum jemanden erstaunen. Manchmal sind die selten sachlich vorgetragenen Behauptungen nur noch schwer zu ertragen.

Fachdienst medienEin Hoch aufs Sommerloch. "Tatort Classics" im RBB

Wenn das Erste sonntags um 20.15 Uhr nur noch Wiederholungen sendet und die Dritten uralte "Tatort"-Folgen in der x-ten Wiederholung zeigen: Dann ist Sommerloch. Das Wiedersehen etwa mit den alten Kressin- oder Schimanski-Filmen des WDR ist zwar meistens ein Vergnügen, aber der Begriff "Archivschätze" ist dennoch mit Vorsicht zu genießen. Bei den 14 "Tatort Classics", mit denen der RBB die Krimifans ab dem 26. Juni montags um 22.15 Uhr erfreut, ist das Prädikat angebracht: Die Filme sind so gut wie neu, zumindest in technischer Hinsicht.

Fachdienst medienEs gibt keinen Grund

Der Appell steckt hier schon im Titel, aber ganz so publikumsdidaktisch einfach ist es zum Glück dann doch nicht.

Fachdienst medienEumann mit knapper Mehrheit zum LMK-Direktor gewählt

Der SPD-Medienpolitiker Marc Jan Eumann wird neuer Direktor der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Am 4. Dezember stimmten 19 der 34 anwesenden Mitglieder der LMK-Versammlung in Ludwigshafen für den früheren nordrhein-westfälischen Medienstaatssekretär. Es gab neun Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen. Eumann erhielt damit lediglich eine Stimme mehr als erforderlich. Mit Äußerungen im Deutschlandfunk am Tag nach seiner Wahl zog er heftige Kritik auf sich (vgl. auch Leitartikel in dieser Ausgabe).

Fachdienst medienEwig giggelnd. Joko Winterscheidts Druckerzeugnis

Auf den Seiten acht und neun gratuliert der Automobilhersteller Audi in einer Werbeanzeige Joko Winterscheidt zur Erstausgabe: "Joko neu in A4, Audi in A7 - Zwei individuelle Typen von neuem Format". Dabei ist das, was Gruner + Jahr da auf 164 Seiten präsentiert, gar nicht so neu. "JWD - Joko Winderscheidts Druckerzeugnis" ist Teil der "Stern"-Familie und fügt sich optisch wie inhaltlich nebst "Nido" und Neon" gut in die Reihe der Line Extensions ein.

Fachdienst medienExil oder Gefängnis

Eine nüchterne Excel-Tabelle, 155 Namen in der ersten Spalte. In der zweiten Spalte heißt es nur lapidar: davor oder danach. Die dritte: Grund der Untersuchung. Weitere Spalten mit Nummern, Erklärungen, "Putsch" oder "Nicht-Putsch". Menschliche Schicksale. Es ist die Liste inhaftierter Medienvertreter, die die Aktivisten der türkischen Medienplattform P24 zusammengetragen haben. Journalisten, Medienunternehmer, Redaktionsmitarbeiter, die in der Türkei im Gefängnis sitzen. Auch Deniz Yücel steht darauf, der "Welt"-Korrespondent.

Fachdienst medienExperte: Keine Gefahr durch Soziale Medien für den Wahlkampf

Nach Ansicht von Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, können Facebook-Algorithmen schädlich für gesellschaftliche Debatten werden. Die Algorithmen, die eigentlich auf individuelles Konsumverhalten optimiert sind, werden auch im politischen Bereich angewendet. "Bei unseren Hobbys und Lieblingsthemen mögen wir diesen Service dankend annehmen, bei der öffentlichen Meinungsbildung ist das jedoch ungeeignet", sagte Hasebrink dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine Gefahr durch Social Media sieht er für den Bundestagswahlkampf jedoch nicht.

Fachdienst medienFakten und Fiktionen. Geschichte in Film und Fernsehen

Schüsse hallen durch den Raum, das Poltern von Soldatenstiefeln ist zu hören: Über eine Leinwand flackern Ausschnitte aus dem US-Mehrteiler "Holocaust". 1979 lief er im westdeutschen Fernsehen, als einer der ersten Filme zum Thema überhaupt in Nachkriegsdeutschland. In der ersten Woche nach der Ausstrahlung bekam der Sender 20.000 Zuschauerzuschriften, protokolliert auf gelben und grünen Karteikarten. "Unser Junge hat sehr geweint. Seine Frage: Warum hat keiner etwas getan?", ist dort zu lesen, oder: "Wir haben nicht gewußt, was damals passiert ist."

Fachdienst medienFinnland verliert Spitzenplatz in Rangliste der Pressefreiheit

Die Lage für Journalisten hat sich nach Analysen von Reporter ohne Grenzen (ROG) im vergangenen Jahr weltweit verschlechtert. Besonders erschreckend sei es, dass auch Demokratien immer stärker unabhängige Medien und Journalisten einschränkten, erklärte die deutsche Sektion der Journalistenorganisation am 26. April zur Vorstellung ihrer "Rangliste der Pressefreiheit 2017". In Ländern wie den USA, Polen und Großbritannien trügen Spitzenpolitiker ihre Geringschätzung gegenüber Journalisten offen zur Schau.

Fachdienst medienFrankreich: Medienrat entlässt Chef von Radio France

Der französische Medienrat CSA hat den von ihm ernannten Präsidenten von Radio France, Mathieu Gallet, mit Wirkung zum 1. März von seiner Funktion entbunden. Gallet war zuvor wegen Begünstigung zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden. Seine Berufung gegen die Gerichtsentscheidung ist noch anhängig.

Fachdienst medienFrankreich: Traditionelle Sender verlieren Marktanteile

Im Wahljahr 2017 ist die Fernseh-Landschaft in Frankreich stabil geblieben. Während die meisten traditionellen Fernsehkanäle wie M6, TF1 und France 2 Marktanteile einbüßten, konnten alle neuen digitalen HD-Kanäle hinzugewinnen. Die Fernsehnutzungszeit bei den Zuschauern ab vier Jahren sank 2017 um eine Minute auf 222 Minuten. Neben dem in ganz Frankreich zugänglichen digitalen terrestrischen Fernsehen (TNT) empfingen über 60 Prozent der 58,1 Millionen französischen Fernsehzuschauer zusätzlich ihre Programme über ADSL-Internet oder Kabel.

Fachdienst medienFrau über Bord

So ein großes Segelschulschiff ist ein schöner Anblick - sieht irgendwie nach der "guten alten Zeit" aus, nach Romantik und nach dem leichten Lebensgefühl der Becks-Bierwerbung. Entsprechend schockiert war die Nation, als im September 2008 auf der "Gorch Fock" eine junge Frau unter ungeklärten Umständen über Bord ging und zu Tode kam. Von wegen "sail away, you can fly"! Illusionen waren geplatzt - und wo starke Emotionen sind, ist die Idee, "da müsste man doch einen Fernsehfilm draus machen", nie weit.

Fachdienst medienFunk-Videos im ersten Jahr 400 Millionen mal aufgerufen

Ein Jahr nach dem Start von Funk, dem Online-Angebot für 14- bis 29-Jährige von ARD und ZDF, hat Programmgeschäftsführer Florian Hager das Projekt gegen Kritik verteidigt. "Wir sind weiter gekommen, als wir gedacht haben", sagte er im Gespräch mit epd. Funk-Formate hätten bereits eine ganze Reihe renommierter Medienpreise gewonnen, die Webvideos insgesamt fast 400 Millionen Aufrufe verzeichnet. Es gebe schon rund vier Millionen Abonnenten.

Fachdienst medienFunke-Miteigner Holthoff-Pförtner neuer Medienminister in NRW

Der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Holthoff-Pförtner, wechselt in die nordrhein-westfälische Landespolitik. Der 68-jährige Essener Rechtsanwalt und Mitgesellschafter der Funke Mediengruppe wird Europa- und Medienminister im schwarz-gelben Kabinett von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), wie der VDZ am 29. Juni in Berlin mitteilte. Der Verlegerverband will bei seiner Delegiertenversammlung im November einen neuen Präsidenten wählen.

Fachdienst medienGeerdetes Luftschloss. Die "Republik" als journalistisches Vorbild

Gewaltig große Worte gab es vor dem Start von "Republik": Eine Zukunft für den Journalismus abseits der großen Verlage schaffen. Dem Journalismus seine Rolle in der Demokratie sichern. Journalismus ohne Bullshit machen. Rebellisch sein und Geschichten schreiben, die sich "im Wind, Schmutz, Nebel der Gegenwart bewegen". Drei Millionen Euro sammelte das leserfinanzierte Schweizer Onlinemagazin per Crowdfunding ein. Ein Hype war geboren.

Fachdienst medienGeistige Notwehr

Vor 16 Jahren kamen Hassan Geuad und sein Bruder Muhammed aus dem Irak nach Deutschland. Heute studiert der inzwischen 30-jährige Hassan in Düsseldorf Medienwissenschaft und ist als Urheber des crossmedialen Projekts "12thMemoRise" zum Feindbild der islamischen und islamistischen Community geworden. Dabei betreibt er nur eine Art geistiger Notwehr.

Fachdienst medienGeschmack von Bittermandel

Früher war auf Weihnachtsfilme Verlass. Wenigstens einmal im Jahr ging es im fiktionalen Fernsehen mal so richtig dickensmäßig um die Ärmsten der Armen. Normalerweise, zahlreiche Ausnahmen bestätigen diese Regel, bevorzugt der deutsche Fernsehfilm ja nach wie vor Milieus, denen die meisten Zuschauer zwar nicht angehören, aber gerne angehören würden: Die wohlhabende obere Mittelschicht oder auch gleich die richtig feinen Leute.

Fachdienst medienGriechenland: Zeitungen droht Schließung

Die griechischen Zeitungen "Ta Nea" und "To Vima" können trotz finanzieller Schwierigkeiten vorerst weiter erscheinen. Ein Athener Gericht gab am 13. Februar ein Bankkonto der griechischen Lambrakis-Mediengruppe (DOL) auf Antrag von Mitarbeitern wieder frei. Die 500 Mitarbeiter können damit nach sieben Monaten wieder bezahlt werden. Mehrere Ausgaben der Zeitungen konnten nicht erscheinen.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC und ITV gewinnen Marktanteile

Im Sportgroßereignisjahr 2016 waren BBC und ITV nach Angaben des Forschungsdienstes Barb die Gewinner auf dem britischen Fernsehmarkt. BBC und ITV zeigten gemeinsam die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, die BBC allein die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Verlierer waren 2016 die unter "others" zusammengefassten digitalen Spartenkanäle.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC verliert leicht an Marktanteilen

Der britische Fernsehmarkt ist 2017 mit leichten Veränderungen stabil geblieben. ITV und Channel 5 waren nach Angaben des Forschungsdienstes Barb die Gewinner auf dem britischen Fernsehmarkt, Verlierer war die BBC.

Fachdienst medienGroße Liebende. Ein Symposium zur Hörfunk- und Fernsehkritik

Das Internet ist eine gigantische Empfehlungsmaschine. Wer bei Amazon ein Buch bestellt, bekommt weitere Bücher angezeigt, die andere Kunden kauften, die dieses Buch ebenfalls bestellten. Wer eine Information sucht, erhält je nachdem, welche Informationen er vorher gesucht hat, unterschiedliche Trefferlisten angezeigt. Auf Facebook und Twitter sammeln wir "Likes" von Freunden und Fremden, denen unsere Tweets und Posts gefallen.

Fachdienst medienGroßes Potenzial

Die Möglichkeit, mit einer App auf das Hörfunkprogramm der ARD zuzugreifen, scheint einen Nerv des Publikums getroffen zu haben. Sie kommt gerade zur rechten Zeit. Inzwischen nämlich unternehmen internationale Audio-Streaming-Plattformen weitere Schritte, um die Unterschiede zwischen purem Playlist-Abspiel und redaktionell gestaltetem Hörfunkprogramm zu verwischen.

Fachdienst medienHansemann klopft. Die "Lindenstraße" als deutsches "Breaking Bad"

Endlich ist es da, das deutsche "Breaking Bad". Nach langen Jahren des Wartens hat es sich klammheimlich auf den Fernsehbildschirm geschlichen, was vermutlich der Grund dafür ist, dass es bisher niemand bemerkt zu haben scheint. Die Parallelen sind jedoch so zahlreich, dass es jetzt mal ausgesprochen werden muss: Die "Lindenstraße" ist zum deutschen "Breaking Bad" mutiert.

Fachdienst medienHaymatpresse. Das deutsch-türkische Onlineportal "taz.gazete"

Unter den vielen deutschen Wörtern, die auch in anderen Sprachen ein Zuhause gefunden haben, findet sich "Haymatloz". Im Türkischen wurde das Wort zum Synonym für die Einwanderer aus Deutschland, die während der Zeit der Nationalsozialisten ins Land gekommen waren. Eine Diaspora aus Intellektuellen, viele jüdischer Herkunft. Im vergangenen Jahr begab sich die Filmemacherin Eren Önsöz in "Haymatloz – Exil in der Türkei" auf die Suche nach den Nachfahren jener Exilanten, 2015 erzählte Feridun Zaimoglu in seinem großartigen Roman "Siebentürmeviertel" aus dieser Zeit.

Fachdienst medienHerdentrieb. Die sinnlosen Spekulationen über ein Trump-Impeachment

Die US-Medien wollten es während des Wahlkampfs nicht für möglich halten, dass jemand wie Donald Trump Präsident werden kann. Es folgten Spott und Schuldbekenntnisse. Doch nun gibt es Anzeichen einer zweiten medialen Stampede: Die Herde lässt sich locken von der Annahme, der überforderte Mann mit Hang zum Autokratischen werde sich nicht halten im Weißen Haus. Oft ist sogar die Rede von einem "Echo von Watergate".

Fachdienst medienHR-Intendant Krupp: ARD kann nicht auf Sport verzichten

Nach Ansicht von HR-Intendant Manfred Krupp sollte sich die ARD weiterhin um TV-Rechte an großen Sportereignissen bemühen. "Mit Sicherheit werden wir manche Sportarten anders aufbereiten müssen, aber wir werden auf das Thema Sport nicht verzichten können und wollen", sagte Krupp in einem epd-Interview (in dieser Ausgabe).

Fachdienst medienIm Innern des Atompilzes. Was "Twin Peaks 3" uns erzählt

Das ist nicht mehr Fernsehen. Das ist auch nicht Kino. Das ist transzendierende Experimentalkunst, was David Lynch uns nach zehn Jahren Regie-Abstinenz mit "Twin Peaks - The Return" vorsetzt. Vor allem gilt das für Folge acht der dritten Serienstaffel, die 25 Jahre nach den ersten beiden Staffeln vom US-Bezahlsender Showtime produziert wurde.

Fachdienst medienIm Strudel der Kritik. Schweighöfers "You are wanted"

Die ersten Sekunden haben es in sich: An der verschlossenen Wohnungstür rüttelt es, drinnen zerstört ein Mann seinen Computer mit Hilfe einer Bohrmaschine und setzt ihn anschließend in Brand, bevor er selbst von lodernden Flammen erfasst aus dem Fenster des grauen Berliner Hochhauses stürzt.

Fachdienst medienInhalte auffindbar machen

Der Zauber, den die Radioprogramme ausstrahlen, ist ungebrochen und immer noch hören die Leute gerne zu. Auch in der Schweiz, wo erst kürzlich eine Initiative per Volksbefragung den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen wollte, ist das Radio von allen Medien am wenigsten umstritten.

Fachdienst medienInterner ARD-Bericht: Buhrow ist bestbezahlter Intendant

WDR-Intendant Tom Buhrow erhält von allen ARD-Intendanten die höchsten Bezüge. Wie aus der Anlage zu einem internen Bericht der ARD-Anstalten hervorgeht, erhielt Buhrow im vergangenen Jahr 399.000 Euro brutto. An zweiter Stelle steht BR-Intendant Ulrich Wilhelm, er bezog im vergangenen Jahr 367.000 Euro. Laut Anlage, die dem epd vorliegt, verzichtete Wilhelm seit Amtsantritt auf sämtliche Bezüge und Aufwandsentschädigungen für die Mandate bei den BR-Tochterfirmen.

Fachdienst medienIsrael: Neuer öffentlich-rechtlicher Rundfunksender IPBC gestartet

In Israel hat der neu gegründete öffentlich-rechtliche Rundfunksender Israeli Public Broadcasting Corporation (IPBC) am 15. Mai seinen Sendebetrieb aufgenommen. Der auch unter dem Markennamen Kan (hebräisch für "hier") fungierende Sender löst die bisherige öffentliche Rundfunkanstalt Israel Broadcasting Authority (IBA) ab. Dem Start gingen mehrjährige Auseinandersetzungen voraus, die immer wieder zu Verzögerungen führten und zeitweise auch das Projekt gänzlich infrage stellten (epd 11/14, 48/16, 18/17).

Fachdienst medienKabinett bringt Gesetz gegen Hetze im Internet auf den Weg

Das Bundeskabinett hat am 5. April das Gesetz gegen Hasskriminalität in sozialen Netzwerken auf den Weg gebracht. Der Entwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verpflichtet Unternehmen wie Facebook, gegen Straftaten wie Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Volksverhetzung und Bedrohung stärker als bislang vorzugehen (epd 11/17). Bei Nichtbeachtung der neuen Regeln drohen dem Entwurf zufolge Bußgelder in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro. Journalistenorganisationen und Verlegerverbände kritisierten die Gesetzespläne.

Fachdienst medienKaum Reichweitenverluste nach Umstieg auf DABplus in Norwegen

In Norwegen sind die Tagesreichweiten der Radiosender nach Abschaltung des analogen UKW-Hörfunks nur leicht zurückgegangen. Aktuell hörten über 64 Prozent der Norweger täglich Radio, teilte das Digitalradio Büro Deutschland am 19. September mit. Vor einem Jahr seien es 67,1 Prozent gewesen. Norwegen hatte zu Beginn des Jahres als erstes Land weltweit mit dem Komplettumstieg auf den Digitalradiostandard DABplus begonnen (epd 2/17).

Fachdienst medienKEF errechnet Periodenüberschuss von 544,5 Millionen Euro

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erwirtschaften bis 2020 nach Berechnungen der zuständigen Finanzkommission KEF einen Überschuss in Höhe von 544,5 Millionen Euro. Das geht aus dem 21. Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hervor, der am 19. Februar in Berlin präsentiert wurde. Gründe für den prognostizierten Überschuss seien Einsparungen, Mehrerträge und höhere Eigenmittel, sagte der Kommissionsvorsitzende Heinz Fischer-Heidlberger.

Fachdienst medienKein Daueranstellungsvertrag für "Der Alte"-Schauspieler

Spielen Schauspieler seit vielen Jahren in einer Fernseh-Dauerserie mit, können sie deshalb noch keinen unbefristeten Mitarbeiter- oder Schauspielervertrag verlangen.

Fachdienst medienKein Heldengedenkjahr

Woran denkt man auch noch nach 500 Jahren bei dem Wort "Reformation"? Kirchenhistoriker vielleicht an eine "Generalkritik am gesamten Gebäude der spätmittelalterlichen Kirche" (Lyndal Roper), Theologen an ein "mythisches Ursprungsdatum der verschiedenen Protestantismen" (Friedrich Wilhelm Graf), deutsche Kirchenpolitiker an die Entstehung der Landeskirchen. Und Eventmanager ganz gewiss voller Neid an ein einzigartiges Medienereignis. Und all die anderen? Welchen Luther, welche Reformation haben die Deutschen 2017 gefeiert - wenn sie denn gefeiert haben?

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienKiffen beim Kakao

Hat dieser Mann ein Pech! Der Wiener Kriminalpsychologe Richard Brock (Heino Ferch) auf den "Spuren des Bösen" hat die ZDF/ORF-Dauerkarte fürs ganz große Unglück gezogen. Erst bringt sich seine Frau um. Einmal erstickt er fast bei einem Wohnungsbrand. Er wird von einem Irren gestalkt. Und jetzt ersticht er, als er Nothilfe für ein bedrohtes Callgirl (Marvie Hörbiger) leistet, einen ihm anvertrauten Schizophrenen. Wegen des Verdachts der "Notwehrüberschreitung" kommt er in den Knast.

Fachdienst medienKinderkanal weist Kritik an Online-Clip "BH öffnen" zurück

Der Kinderkanal von ARD und ZDF (Kika) weist die Kritik an einem Online-Clip zurück, in dem drei männliche Teenager den BH einer Schaufensterpuppe öffnen.

Das Thema "sexuelle Belästigung" sei nicht Gegenstand der Sendung, sagte eine Sprecherin des Senders in Erfurt am 26. Januar dem epd. Durch die drei Protagonisten werde auch nicht das Thema "Migration" gesetzt. Allein zum Schutz der minderjährigen Protagonisten habe man den Clip inzwischen aus dem Netz genommen.

Fachdienst medienKlüngelstreiche

Irgendwie wollte nach der Wahl des SPD-Politikers Marc Jan Eumann zum künftigen LMK-Chef keine rechte Feierstimmung aufkommen. Am Tag nach einer denkwürdigen Gremiensitzung in Ludwigshafen konnten sich davon Radiohörer in der gesamten Republik überzeugen: Weil die kritischen Fragen der Deutschlandfunk-Journalistin Isabelle Klein ihm offenbar auf die Nerven gingen, pflaumte Eumann sie mitten im Interview an. Eigentlich könnte sie ihm doch wenigstens einmal dazu gratulieren, dass er die Wahl gewonnen habe.

Fachdienst medienKontroverse über US-Studie zu Trump-Berichterstattung

Eine Studie des Shorenstein-Centers der US-amerikanischen Harvard-Universität über die Medienberichterstattung zu Donald Trump hat für eine Kontroverse gesorgt. Während sich konservative Medien in ihrer Kritik an liberalen Elitemedien bestätigt sehen, verweisen andere auf Schwachstellen der Untersuchung, darunter auch die ARD.

Fachdienst medienKunstvolle Erzählung

Wenn die erste Doppelfolge der Serie "Das Verschwinden" in der ARD Premiere hat, wurden im Bezahlsender Sky die ersten vier Episoden der Serie "Babylon Berlin" dem exklusiven Kreis der Abonnenten bereits gezeigt. Und nicht nur das: Auch wer kein Sky-Abo hat und bis zum Herbst nächsten Jahres warten muss, um die Serie in der ARD sehen zu dürfen, kann sich kaum retten vor enthusiastischen Kritiken, die "Babylon Berlin" als "Revolutionierung der deutschen Serienlandschaft" bezeichnen.

Fachdienst medienLänder starten Konsultationen zu Staatsvertragsänderungen

Die Rundfunkkommission der Bundesländer hat Konsultationsverfahren zu geplanten Änderungen in rundfunkrechtlichen Staatsverträgen gestartet. Dabei gehe es um Anpassungen des öffentlich-rechtlichen Telemedienauftrags, die Stärkung der Zusammenarbeit von ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie die Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung, teilte die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab (SPD) am 2. Juni mit.

Fachdienst medienLobbycontrol: Holthoff-Pförtner als Medienminister "fragwürdig"

Die Organisation Lobbycontrol betrachtet den Wechsel von Medienunternehmer Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) in das Amt des Medienministers von Nordrhein-Westfalen mit Sorge. "Es ist eine fragwürdige Entscheidung, wenn die neue Landesregierung mit Stephan Holthoff-Pförtner einen früheren Medienlobbyisten und Medienunternehmer zum Medienminister macht", sagte eine Sprecherin des gemeinnützigen Vereins am 7. Juli dem epd. Der 68 Jahre alte Essener Rechtsanwalt und Mitgesellschafter der Funke Mediengruppe ist seit dem 30.

Fachdienst medienMakaberes Highlight

Die ersten Szenen könnten der Auftakt zu einem "Tatort" sein: Im schummrig beleuchteten Keller steht eine Kühltruhe, "Aufmachen!", dringt es dumpf heraus, man sieht die Beine eines Menschen, der auf die Truhe zugeht, dann dessen Hand, die den Deckel öffnet und den Blick freigibt auf eine in der Truhe liegende, bereits angefrorene, gefesselte Gestalt. Die Hand greift zu einem Schlauch, spritzt die Gestalt mit Wasser ab und macht den Deckel wieder zu.

Fachdienst medienMalta: Bestürzung über Tod von Journalistin Galizia

Deutsche Journalistenorganisationen verurteilen den Mord an der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta. "Es ist schockierend, dass in einem Land der Europäischen Union eine Journalistin ermordet wird, die politische Korruption aufgedeckt und sich als scharfe Kritikerin der Regierung profiliert hat", sagte der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, am 17. Oktober in Berlin. Er forderte die maltesischen Behörden auf, glaubwürdige und unabhängige Ermittlungen sowie eine lückenlose Aufklärung zu garantieren.

Fachdienst medienMedia Broadcast erhält UKW-Betrieb bis 30. Juni aufrecht

Die Abschaltung zahlreicher deutscher Radiosender ist vorerst vom Tisch: Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast erhält den UKW-Sendernetzbetrieb für mehr als 40 Radioveranstalter bis maximal zum 30. Juni aufrecht, wie das Unternehmen am 9. April in Köln mitteilte. Möglich sei dies durch die Duldung der Antennennutzung fast aller neuen Antennenbesitzer und die Beauftragung durch die betroffenen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioanbieter beziehungsweise deren Sendernetzbetreiber Divicon und Uplink.

Fachdienst medienMedia Broadcast trennt sich von UKW-Netz

Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast trennt sich von seiner UKW-Sparte. Das Unternehmen werde bis Ende Juni 2018 seine analogen UKW-Antennen und -Sender verkaufen, wie es am 15. Februar in Köln mitteilte. Media Broadcast streitet sich schon länger mit der Bundesnetzagentur über die Höhe der Preise, die das Unternehmen für den UKW-Betrieb verlangen darf. Die Regulierungsbehörde hatte dem Unternehmen am 14. Februar vorläufig untersagt, bei einigen Radioveranstaltern neue Entgelte für die UKW-Übertragung einzuführen.

Fachdienst medienMedienanstalten beanstanden Gaming-Kanal "PietSmietTV"

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hat den Online-Kanal "PietSmietTV" beanstandet. Das Angebot werde untersagt, wenn bis Ende April kein Zulassungsantrag vorliege, teilte die ZAK am 21. März in Berlin mit. Aus Sicht der Kommission erfüllt der Kanal die Kriterien, um als Rundfunkangebot zu gelten. "PietSmietTV" läuft auf der Plattform Twitch und zeigt überwiegend Gamer beim Spielen.

Fachdienst medienMega-Fusionen und USA-Nähe

Mitte Juni ging in Argentinien nach fast 50 Jahren eine Ära zu Ende. Im Alter von 92 Jahren starb in Buenos Aires Ernestina Herrera de Noble, die Besitzerin und Hauptaktionärin der Grupo Clarin. Nach dem mexikanischen Unternehmen Televisa ist das die größte spanischsprachige Mediengruppe, noch vor Planeta ("Antena 3") und Prisa ("El Pais") in Spanien. Erben der kinderlosen Ernestina Herrera de Noble wurden ihre beiden Adoptivkinder Marcela und Felipe Herrera de Noble, die sie 1976 als Kinder annahm.

Fachdienst medienMehr als eine Pflichtübung

Pünktlich zum Jahrestag des Putsches hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan klar gestellt, dass er eine vom Parlament beschlossene Wiedereinführung der Todesstrafe bewilligen würde. Garniert hat Erdogan dies unter dem Jubel seiner Anhänger mit verbalen Gewaltfantasien: "Wir werden diesen Verrätern den Kopf abreißen." Im ZDF-"Heute-Journal" lautete die Übersetzung "abschlagen", was weniger martialisch klingt, aber auf dasselbe hinausläuft.

Fachdienst medienMesale Tolu: "Ich erwarte einen Freispruch"

Die in der Türkei wegen Terrorismus angeklagte deutsche Journalistin Mesale Tolu sieht ihrem Prozess am 26. April in Istanbul zuversichtlich entgegen. "Ich erwarte für mich einen Freispruch", sagte die gebürtige Ulmerin dem epd. Jedoch werde eine Entscheidung nicht so schnell kommen. "In der Türkei ist die Justiz ziemlich langsam, vor allem, weil so viele Menschen angeklagt und so viele inhaftiert sind", beklagte Tolu.

Fachdienst medienMeteoriteneinschlag. Dominik Graf rehabilitiert das "Kommerzielle"

Warum eigentlich hat das Adjektiv "kommerziell", bezogen auf den Spielfilm, in Deutschland immer einen negativen Beiklang? Um diese Frage kreist ein zweiteiliges dokumentarisches Essay von Dominik Graf und Johannes F. Sievert, dessen Ausstrahlung jetzt das WDR Fernsehen bereichert: "Verfluchte Liebe deutscher Film" (19. Februar) und "Offene Wunde deutscher Film" (5. März) feierten 2016 und 2017 auf der Berlinale Premiere. Worum geht es?

Fachdienst medienMip-TV: "Babylon Berlin" bei Drama Screenings ausgezeichnet

Die Fernsehprogramm-Messe Mip-TV in Cannes hat erneut spezielle "Drama Screenings" angeboten. Am 2. April wurden vor 450 Einkäufern zwölf ausgewählte Dramaserien aus acht Ländern gezeigt, darunter zwei aus Deutschland. Bei den deutschen - noch in Produktion befindlichen - Serien handelte es sich um die sechsteilige deutsch-luxemburgische Koproduktion "Bad Banks" von Christian Schwochow um eine gefeuerte Investmentbankerin in Frankfurt (ZDF/Arte) und die 16-teilige Produktion "Babylon Berlin" von Tom Tykwer (ARD/Sky) über einen Kriminalinspektor im Berlin der 20er Jahre.

Fachdienst medienMut zum Du. Der Deutschlandfunk-Podcast "Der Tag"

Wenn ein Inhalt nicht das Medium wechselt, sondern "nur" das Dispositiv, also die Rahmenbedingungen der Rezeption, verändert er sich trotzdem. Ein Kinofilm wird für die Fernsehausstrahlung neu gemischt, weil die Umgebungsgeräusche im Wohnzimmer lauter sind als im Kinosaal. Wird eine Fernsehserie für einen Streamingdienst konzipiert, müssen ihre Folgen nicht mehr alle gleich lang sein. Ein Videobericht, der primär auf Facebook gesehen wird, sollte sowohl mit als auch ohne Ton funktionieren.

Fachdienst medienNähe und Emotion

Audio versus Onlinenutzung, Streaming versus on demand, Webradios versus Spotify, Amazon Echo versus Google Home. Es gibt zahlreiche Schauplätze, auf denen sich die Zukunft des Hörens abspielt. Ob das Radio bei all dem noch mitspielen wird, hängt davon ab, wie sehr es sich noch verändern kann - und vor allem will.

Fachdienst medienNations League: Aufsichtsgremien geben grünes Licht

Die Aufsichtgremien von ARD und ZDF haben dem Kauf der Übertragungsrechte an der neuen Uefa Nations League zugestimmt. Nachdem der ZDF-Verwaltungsrat bereits grünes Licht gegeben hatte (epd 43/17), stimmten inzwischen auch alle zuständigen ARD-Rundfunkräte dem Erwerb zu, wie eine Sprecherin der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz am 27. Oktober in München dem epd sagte.

Fachdienst medienNeue Nüchternheit

Es war ein Abschied auf Raten: In den vergangenen Monaten haben einige namhafte Redaktionen aufgehört, bei Facebook Instant Articles zu veröffentlichen. Darunter waren mit der "New York Times" und dem "Guardian" auch zwei Gründungspartner der Facebook-Initiative. Beide Häuser hatten ihr Engagement bei Instant Articles in den Monaten zuvor bereits schrittweise heruntergefahren. Als erste große deutsche Redaktion bestätigte "WeltN24" Ende Juni, das Format nicht weiter zu nutzen.

Fachdienst medienOhne Distanz

Jahrelang gehütete "dunkle" Familiengeheimnisse, die irgendwann ans Licht kommen und pünktlich nach 88 Minuten restlos aufgeklärt sind: Dieses Sujet ist aus vielen deutschen Fernsehfilmen wohlbekannt. Aber die Geheimnisse, die von der Polin Aida Szewelewicz bis zu ihrem Tod - und über den Tod hinaus - nicht preisgegeben worden sind, würde kein Drehbuchautor zu erfinden wagen.

Fachdienst medienOptimistische Fatalisten

Der Roman von Heinz Strunk, auf dem die Komödie über zwei Singles fortgeschrittenen Alters auf der Suche nach Partnerinnen basiert, heißt einfach "Jürgen". Aber die der filmischen Adaption hinzugefügte, nach hochgestimmter Entschlossenheit klingende Ergänzung: "Heute wird gelebt" deutet schon darauf hin, dass Jürgen sich Hoffnungen auf das "Heute" macht, die sich wohl nicht erfüllen werden. Lars Jessen, der Regisseur, hat die Lebenshaltung von Jürgen und dessen Freund Bernd auf punktgenau treffende Weise im Pressetext charakterisiert: als "optimistischen Fatalismus".

Fachdienst medienÖsterreichische Privatsender gegen Youtube-Kanal des ORF

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) protestiert gegen Pläne des ORF, einen Youtube-Kanal einzurichten. Das geplante Angebot sei gesetzeswidrig, marktverzerrend und werde dem ORF selbst schaden, teilte der Verband am 31. März in Wien mit. Der öffentlich-rechtliche Sender hat bislang keinen eigenen Kanal auf der Plattform.

Fachdienst medienOSZE bleibt vorerst ohne Medienbeauftragten

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) muss vorerst ohne Medienbeauftragten auskommen. Der Posten sei seit dem Ende der Amtszeit von Dunja Mijatovic am 10. März vakant, teilte das Büro des Beauftragten für die Freiheit der Medien dem epd am 23. März in Wien mit. Aus diplomatischen Kreisen hieß es, derzeit werde an einer Übergangslösung gearbeitet. Demnach soll die Amtszeit der Bosnierin Mijatovic rückwirkend ein weiteres Mal verlängert werden.

Fachdienst medienParole Erich

Ein Junge presst sich die Nase am Schaufenster der Buchhandlung platt, das Objekt seiner Sehnsucht ist ein Buch mit einer bunten Illustration, es heißt "Emil und die Detektive". Der Junge zählt seine Groschen ab und zieht dann auf der Straße ab, selbstvergessen ins Buch vertieft, er bemerkt dabei nicht mal die Pferdeäpfel, in die er latscht.

Fachdienst medienPlädoyer für Mitmenschlichkeit

"Einen Weiser seh' ich stehen / Unverrückt vor meinem Blick; / Eine Straße muss ich gehen, / Die noch keiner ging zurück." In Wilhelm Müllers Gedichtzyklus "Die Winterreise" steht "Der Wegweiser" zwischen "Die Täuschung" und "Das Wirtshaus". Der Wanderer ist durch "bunte List" und Verlockungen vom Weg abgekommen. Nun sucht er nach Orientierung, vermeidet die breiten Pfade, sucht sich "versteckte Stege" und "verschneite Felsenhöh'n", wandert "ohne Ruh'".

Fachdienst medienPolitiker gegen Abschaffung des Ersten als nationales Programm

Politiker und Verbände stellen sich gegen einen Vorschlag zur Abschaffung des Ersten als nationaler Sender. Die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Malu Dreyer (SPD), sagte am 18. Oktober im Deutschlandfunk, an der Grundstruktur der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten solle man nicht rütteln. Auch der Deutsche Journalisten-Verband, der Deutsche Kulturrat und das ZDF lehnen die Vorschläge des Chefs der sachsen-anhaltischen Staatskanzlei, Rainer Robra (CDU), ab. Dieser hatte drastische Einschnitte beim ARD-Angebot gefordert, um den Rundfunkbeitrag stabil zu halten.

Fachdienst medienPolnischer Rundfunkrat zieht Strafe gegen TVN zurück

Der polnische Nationale Rundfunkrat (KRRiT) hat am 10. Januar eine hohe Strafe gegen den Privatsender TVN aufgehoben. "Nach Kennenlernen der Standpunkte von gemeinnützigen Gruppen sowie von zusätzlichen Analysen und den Argumenten der anderen Seite" sei entschieden worden, die Strafe aufzuheben, erklärte der Vorsitzende des Rates, Witold Kolodziejski.

Fachdienst medienPolnisches Fernsehen TVP nimmt Kredit beim Staat auf

Das finanziell angeschlagene Polnische Fernsehen (TVP) hat einen Kredit beim Staat aufgenommen. Die Kreditsumme von 800 Millionen Zloty (186 Millionen Euro) wurde Anfang August gewährt und soll "zur Verbesserung des Programmangebots" beitragen. Wie die Tageszeitung "Super Express" berichtete, unterzeichnete TVP-Intendant Jacek Kurski einen Vertrag mit Ministerpräsidentin Beata Szydlo, die das Schatzamt - den TVP-Hauptaktionär - vertrat. Mit dem Geld soll der öffentlich-rechtliche Sender außer den Programmaufgaben auch technische Ausgaben finanzieren.

Fachdienst medienPrekäre Strukturen

Ein Unternehmen im Journalismus zu gründen, bedeutet weitaus mehr und vielseitigere Arbeit als eine Tätigkeit als freiberuflicher Journalist. Wer annimmt, eine Gründung eröffne neue Freiräume für das journalistische Arbeiten, verkennt auf eklatante Weise den mit ihr verbundenen Aufwand. Verwaltung, Marketing, Reichweitenaufbau, Technologiemanagement, Erlösmodellentwicklung - Tätigkeiten, die vormals der Verlag übernahm, fallen nun den Gründern zu, die sich vorher wenig Vorstellungen davon machen, wie hoch der Arbeitsaufwand dafür ist.

Fachdienst medienPresserat regelt Herkunftsnennung bei Straftätern neu

Der Deutsche Presserat hat die umstrittene Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern neu formuliert. Damit werde die eigenständige Verantwortung der Medien beim Diskriminierungsschutz bekräftigt, teilte das Selbstkontrollorgan am 22. März nach einer Plenumssitzung in Berlin mit. Der alten Richtlinie 12.1 zufolge sollten Medien Herkunft und Religion von Straftätern nur dann nennen, wenn ein "begründbarer Sachbezug" zu der Straftat bestand. In der Neufassung ist diese Ausnahme von der Regel dann legitim, "wenn ein begründetes öffentliches Interesse vorliegt".

Fachdienst medienPrivatradios fordern Unterstützung für Umstieg auf DABplus

Die Privatsender fordern für den Umstieg des Hörfunks auf den Digitalradio-Standard DABplus finanzielle Förderung. Für den Wechsel müsse es faire Bedingungen geben, forderte der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) am 5. September in Berlin nach seiner Mitgliederversammlung. Der VPRT legte einen "Vier-Punkte-Plan zur Hörfunkmigration" vor, in dem er den Umstieg grundsätzlich unterstützt, sich aber weiterhin gegen ein festes Abschaltdatum für UKW ausspricht.

Fachdienst medienRe wie Realitätserkundung

"Re:" kann vieles heißen, der Reihentitel ist vielfältig auslegbar. Re wie Realität. Re wie Relevanz. Re wie Reaktion im Sinne von Reaktionsfähigkeit. Re wie Regard, also Blick, Aufmerksamkeit. Oder Re wie beim Skat. Er wolle dem "populistischen Kontra ein journalistisches Re" entgegensetzen, sagte Wolfgang Bergmann, Arte-Koordinator des ZDF, bei der Vorstellung des neuen Reportage-Formats im Januar in Berlin (epd 4/17). Und auf jeden Fall Re für Reportage.

Fachdienst medienReporter ohne Grenzen: Weltweit 65 Medienschaffende getötet

Mindestens 65 Medienschaffende sind laut Reporter ohne Grenzen in diesem Jahr im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, darunter zehn Frauen. Insgesamt 39 der im Jahr 2017 Getöteten wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet, die übrigen 26 im Einsatz getötet, weil sie etwa unter Beschuss oder in einen Bombenangriff gerieten. Fast die Hälfte der 65 Getöteten starb außerhalb von Regionen mit bewaffneten Konflikten, etwa in Ländern wie Mexiko oder auf den Philippinen, wie die Organisation am 19.

Fachdienst medienRomantische Legenden. Das Günderrodehaus in Oberwesel

Filmemacher sind Illusionskünstler. Sie stellen ein paar Kulissen auf und halten so drauf, dass man nur die schöne Fassade sieht und gar nicht merkt, dass die Häuserwände nur rasch zusammengezimmert wurden und dahinter nichts ist. Dem Regisseur Edgar Reitz allerdings war es in seiner "Heimat"-Trilogie wichtig, an Original-Schauplätzen zu drehen, um deren "Einflüsterungen" zu hören und die Orte einzubeziehen.

Fachdienst medienRTL Group mit sinkendem Ergebnis im ersten Halbjahr

Die RTL Group hat im ersten Halbjahr 2017 ihren Umsatz um 3,5 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro gesteigert. Das Vorsteuerergebnis (Reported Ebitda) sank allerdings um 7,8 Prozent auf 626 Millionen Euro, wie Europas größter Fernsehkonzern am 30. August in Luxemburg mitteilte. Der Periodenüberschuss lag bei 363 Millionen Euro und damit um 6,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Fachdienst medienRTL Group wächst dank TV-Geschäften in Deutschland

Die RTL Group hat im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn vor Steuern erneut gesteigert. Der Jahresumsatz 2017 stieg um 2,2 Prozent auf 6,373 Milliarden Euro, wie der Medienkonzern am 7. März in Luxemburg mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im Vergleich zu 2016 um 3,8 Prozent auf 1,464 Milliarden Euro. Für den Zuwachs sorgten den Angaben zufolge vor allem die deutschen TV-Sender der Gruppe sowie das Digitalgeschäft. Das Ebitda des Konzerns ist damit im fünften Jahr in Folge gewachsen.

Fachdienst medienRückbesinnung

Es ist ziemlich genau neun Jahre her, da sorgte der Satz eines unbekannten College-Studenten aus den USA für Diskussionen in der Medienbranche. "Wenn die Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden", hatte die "New York Times" den Hochschüler im März 2008 zitiert. In der Weitererzählkultur von Twitter, Facebook und Co. verbreiten sich wichtige Nachrichten so schnell, dass journalistische Angebote nicht mehr mithalten können - ihre filternde, einordnende Funktion wird überflüssig, so die These.

Fachdienst medienRussland will deutsches Gesetz gegen Hasskommentare kopieren

Russland will ein weiteres Gesetz zur Internetüberwachung durchsetzen. Am 12. Juli reichten Abgeordnete der Regierungspartei "Einiges Russland" einen Gesetzesentwurf ein, der Betreiber sozialer Netzwerke dazu verpflichten soll, rechtwidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden zu löschen, teilte die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) mit. In der Begründung für den Gesetzesentwurf beziehen sich die Autoren ausdrücklich auf das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das im Juni vom Bundestag angenommen wurde.

Fachdienst medienSaarland-Krimi

Die Filmografie von Regisseur Miguel Alexandre weist diverse Mehrteiler auf, die in die Kategorie "Event"-Fernsehen gehören. Für die ARD hat er unter anderem den Udo-Jürgens-Film "Der Mann mit dem Fagott" oder das Mutter-gegen-Stasi-Drama "Die Frau vom Checkpoint Charlie" gedreht, für RTL "Die Patin" oder das Flieger-Epos "Starfighter". In den letzten Jahren hat sich der gebürtige Portugiese jedoch darauf konzentriert, die ZDF-Gotlandkrimireihe "Der Kommissar und das Meer" neu zu erfinden.

Fachdienst medienSchattenboxen. Trumps "Krieg gegen die Medien"

Der alte Martin Luther und Kollegen haben eine Passage aus dem biblischen Buch der Sprüche wie folgt übersetzt: "Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, daß du ihm nicht auch gleich werdest." In diesem Sinne: Könnten "die Medien" bitte aufhören, ständig über Tweets von Donald Trump zu berichten? Und im Ton der Empörung vor Trumps "Krieg gegen die Medien" zu warnen?

Fachdienst medienSchaut mich an!

"Die Oberfläche hat eine große Zukunft." - Bertolt Brecht

Fachdienst medienSchleichwerbeverdacht: "Pastewka" beschäftigt Medienaufsicht

Die Comedy-Serie "Pastewka" bei Amazon Prime Video beschäftigt die Medienaufsicht: Wegen des Verdachts der ungekennzeichneten Produktplatzierung haben die Landesmedienanstalten die zuständige Aufsichtsbehörde in Luxemburg eingeschaltet. Die Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Cornelia Holsten, sagte dem epd in Bremen, sie habe den Präsidenten der "Autorité Luxembourgeoise Indépendante de l'Audiovisuel" (ALIA) offiziell auf den Fall "Pastewka" hingewiesen.

Fachdienst medienSchlimme Geschichte

Innenminister möchte man lieber nicht sein. Polizeichef auch nicht. Und so ein armer Polizist, der ausführen muss, was auch immer "die da oben" anordnen, schon gar nicht. Einer, dem verboten wird, den sogenannten "Zugriff" auf zwei Geiselnehmer bei günstiger Gelegenheit zu starten. Einer, dem der Zugriff bei ungünstiger, die Geiseln gefährdender Gelegenheit befohlen wird - und dessen Protest nichts gilt.

Fachdienst medienSchönenborn: WDR "nicht stolz" auf kommentierte Antisemitismus-Doku

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn hat die am 21. Juni im Ersten und auf Arte gesendete Version der umstrittenen Antisemitismus-Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" verteidigt. Nach der Veröffentlichung des Films auf "Bild.de" habe sich der WDR keine "Zeit der ruhigen Beratung" mehr nehmen können. Auf die nun gefundene Lösung sei der Sender "nicht stolz, aber es war das, was aus Transparenzgründen nötig war", sagte Schönenborn bei einer Diskussion des Grimme-Instituts am 22. Juni in Bonn.

Fachdienst medienSchweiz sieht keinen Bedarf für neue Social-Media-Regulierung

Der Schweizer Bundesrat sieht derzeit keinen Bedarf für neue Regulierungsmaßnahmen im Bereich Social Media. Laufende Regulierungsvorhaben wie die Revision des Datenschutzgesetzes und die Arbeiten zum Ausbau des Jugendmedienschutzes verbesserten den Schutz für die Nutzer von sozialen Netzwerken in der Schweiz bereits mittelfristig, teilte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) am 10. Mai mit.

Fachdienst medienSchweiz: Bundesrat für Ablehnung der "No Billag"-Initiative

Der Schweizer Bundesrat empfiehlt die Ablehnung der Initiative "No Billag", die die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren fordert. Die Initiative, zu der am 4. März 2018 eine Volksabstimmung stattfindet, nehme in Kauf, dass nur noch produziert werde, was sich rentiere, erklärte die Regierung der Schweiz am 11. Dezember. Dies schade der Medienvielfalt und erhöhe den Einfluss privater Geldgeber. "Für ein kleinräumiges, mehrsprachiges Land wie die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie ist ein vielfältiges Medienangebot wichtig", sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Fachdienst medienSchweiz: Evangelische Kirchen für Erhalt der Rundfunkgebühren

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund spricht sich gegen die Abschaffung der TV- und Radiogebühren aus. Die Schweizer sollten bei der Volksabstimmung über die Abschaffung am 4. März mit Nein votieren, empfahl der Kirchenbund am 10. Januar in Bern. Eine demokratische Schweiz brauche öffentlich finanzierte Medien mit einer ausgewogenen Berichterstattung.

Fachdienst medienSchweiz: Online-Magazin "Republik" bricht Crowdfunding-Rekord

Die Macher des Schweizer Online-Magazins "Republik" haben nach eigenen Angaben den Crowdfunding-Weltrekord für Medien-Startups gebrochen. Wenige Tage nach dem Start des Finanzierungsaufrufs im Internet habe die Initiative für den Aufbau eines leserfinanzierten und werbefreien Magazins so viel Geld eingesammelt wie kein anderes journalistisches Crowdfunding zuvor, schrieb der Journalist Constantin Seibt am 28. April auf seiner Facebook-Seite. Seibt ist beim Aufbau des Magazins zuständig für Konzeption und Redaktion.

Fachdienst medienSeifenoper de luxe. Fassbinders "Acht Stunden", restauriert

Fassbinders "Acht Stunden sind kein Tag" habe ich mit zwölf gesehen, meine Mutter guckte mit, und ich war ein bisschen in Gottfried John verliebt. Der war nicht hübsch, sondern ein Typ: sehr dünn, mit Beinen bis zum Himmel, cool sogar in dem Blaumann, den er zur Arbeit trug - er spielte Jochen, einen Werkzeugmacher in einer Kölner Maschinenfabrik. Im deutschen Fernsehen war zwar "Der Kommissar" ins Milieu der "kleinen Leute" vorgestoßen, aber da erschienen die eher als Problemfälle, cool waren sie jedenfalls nicht.

Fachdienst medienSensibles Thema

Wie muss eine Dokumentation über Antisemitismus aussehen, damit sie auf Arte gezeigt wird? Anscheinend nicht so, wie Produzent und Autor Joachim Schroeder und Koautorin Sophie Hafner ihren Film "Auserwählt und Ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" konzipiert haben. Ihre Dokumentation ist gedreht, produziert und abgenommen - im Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird sie wohl trotzdem nicht zu sehen sein. Aber der Reihe nach.

Fachdienst medienSie haben sich bemüht

Goethes "Faust" ist eine Fundgrube für Interpretationsanstrengungen aller Couleur. Nicht jede ist hermeneutisch, liest also aus dem Drama etwas heraus anstatt hinein, aber das muss auch nicht sein. Auch in der Kunst der Interpretation gibt es so etwas wie ein produktiv taugliches Missverständnis. Thomas von Aquin hat Aristoteles missverstanden, Goethe hat sich in Kant geirrt, beide haben daraus Eigenes und Wirkmächtiges gemacht.

Fachdienst medienSie macht was draus

Die Zeit der Bilanz ist noch nicht gekommen, aber etwas wehmütig darf man vielleicht schon mal werden. "Verschlusssache" ist der vorletzte Film der Reihe "Unter Verdacht". Nach 30 Folgen wird es aus sein. Man kann vermuten, dass es eine ähnliche Reihe, mit ähnlich guten, in der Regel sehr sorgfältig umgesetzten Büchern so nicht mehr geben wird. Nicht alle Filme waren herausragend, aber ihre Haltung war stets unmissverständlich aufseiten der Opfer. Täterfokussierung stand nicht auf dem Programm.

Fachdienst medienSky steigert Umsatz 2016/17 auf 13 Milliarden Pfund

Der europäische Pay-TV-Konzern Sky hat seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um fünf Prozent auf 12,9 Milliarden Pfund (14,4 Milliarden Euro) gesteigert. Das Vorsteuerergebnis (Ebitda) sank allerdings um drei Prozent auf 2,1 Milliarden Pfund, wie das Unternehmen am 27. Juli in London mitteilte. Das Betriebsergebnis (Operating Profit) verschlechterte sich um sechs Prozent auf 1,5 Milliarden Pfund. Der konsolidierte Jahresüberschuss wurde mit 691 Millionen Pfund angegeben, 28 Millionen mehr als im Vorjahr.

Fachdienst medienSpanien: Kritik an Berichterstattung über Katalonien-Krise

Der spanische "Rat für Nachrichtenprogramme" (Consejo de Informativos) hat am 2. Oktober die Entlassung der gesamten Nachrichtendirektion des öffentlich-rechtlichen Fernsehens TVE gefordert. Der Redaktionsbeirat, der über die Objektivität und Wahrhaftigkeit der TVE-Nachrichten wachen soll, kündigte wegen der "beschämenden Berichterstattung" über das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien eine interne Untersuchung an.

Fachdienst medienSpanische Parteien einigen sich auf RTVE-Reform

Die spanischen Parteien haben sich auf eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTVE geeinigt. Wie die spanische Zeitung "El País" berichtete, verabschiedeten die konservative Volkspartei (PP), die sozialistische PSOE, die linkspopulistische Partei Podemos und die liberale Partei Ciudadanos Ende Juni im spanischen Parlament gemeinsam eine Reform, die den staatlichen Einfluss im Sender verringern soll.

Fachdienst medienSRF bleibt TV-Marktführer in der Deutschschweiz

Im Sportjahr 2016 waren die Sender der öffentlich-rechtlichen Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR wieder Marktführer in der Schweiz. Dabei spielten im Jahr 2016 die Sportgroßereignisse Fußball-EM in Frankreich und Olympische Sommerspiele in Rio de Janeiro sowie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest eine wesentliche Rolle. Die Zuwächse zeigten sich daher besonders bei den Sportkanälen SRF zwei, RTS Deux und RSI La 2.

Fachdienst medienSRG Deutschschweiz: Ombudsstelle erhielt 334 Beanstandungen

Im Jahr 2016 sind bei der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz 334 Beanstandungen eingegangen. Diese betrafen 135 Sendungen. Bei fast 80 Prozent der betroffenen Sendungen seien die Beanstandungen nicht unterstützt worden, teilte der Ombudsmann der SRG Deutschschweiz, Roger Blum, in seinem Jahresbericht 2016 mit. Die Quote von rund 20 Prozent gerügter Sendungen entspreche ungefähr dem Anteil vergangener Jahre.

Fachdienst medienStadelmaier als staatsfernes Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat

Der ZDF-Fernsehrat hat acht Mitglieder für den neuen ZDF-Verwaltungsrat bestimmt, der sich im Sommer neu konstituiert. Gewählt wurden neben dem ehemaligen Mainzer Staatskanzleichef Martin Stadelmaier (SPD) auch der Ex-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Reinhard Göhner (CDU) und die frühere Kultusministerin von Sachsen-Anhalt, Birgitta Wolff (CDU), wie das Gremium am 3. März mitteilte. Der Fernsehrat ist für die Wahl der sogenannten staatsfernen Mitglieder des Verwaltungsrats zuständig.

Fachdienst medienStudie: Kika-Dokumentation regt zum Hinterfragen an

Kinder und Jugendliche werden von der umstrittenen Dokumentation "Malvina, Diaa und die Liebe" angeregt, die Beziehung zwischen dem deutschen Mädchen und dem syrischen Flüchtling kritisch zu hinterfragen. Das ergab eine Studie, die das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) im Internet veröffentlichte. Befragt wurden 100 Kinder zwischen acht und 13 Jahren. Die vom HR produzierte Dokumentation war am 26.

Fachdienst medienSüdkorea: Neuer Vorsitzender für Kommunikationskommission

Südkoreas neuer Staatspräsident Moon Jae-in fordert die Wiederherstellung von Unabhängigkeit und Freiheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. "In den vergangenen 10 Jahren sind viele Normen in unserer Gesellschaft zusammengebrochen, und ich glaube unser Rundfunk, und besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk, ist vielleicht der gravierendste Fall", erklärte der Staatschef am 8. August bei der Amtseinführung des neuen Vorsitzenden der Koreanischen Kommunikationskommission (KCC), Lee Hyo-seong am 8. August.

Fachdienst medienTaschenspieler 4.0. ProSiebenSat.1 will Geld aus dem Rundfunkbeitrag

Große Summen wecken große Begehrlichkeiten, das ist bekannt. Kein Wunder also, dass man bei den Privaten sehnsüchtig auf die acht Milliarden Euro schielt, die der Beitragsservice im vergangenen Jahr wieder einmal für ARD, ZDF und Deutschlandradio eingesammelt hat, und darüber nachdenkt, wie man selbst von diesem Kuchen profitieren könnte.

Fachdienst medienTelemedienstreit: Radio Bremen gibt Unterlassungserklärung ab

Im Rechtsstreit mit den nordwestdeutschen Zeitungsverlegern hat sich Radio Bremen verpflichtet, das beanstandete Telemedienangebot "Radiobremen.de'" vom 16. Januar künftig nicht mehr zu zeigen. In der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Bremen gab der Sender am 29. November eine Unterlassungserklärung ab. Die vier Tageszeitungen "Weser-Kurier", "Nordsee-Zeitung", "Osterholzer Kreisblatt" und "Delmenhorster Kreisblatt" hatten wegen ihrer Ansicht nach presseähnlicher und nicht sendungsbezoger Texte auf der Website geklagt.

Fachdienst medienThese und Gegenthese

Nach langem Ringen hat sich der WDR Mitte Juni dann doch entschlossen, die Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" von Joachim Schroeder und Sophie Hafner zu zeigen - allerdings mit einem "Faktencheck", und im Anschluss wurde bei "Maischberger" über Antisemitismus diskutiert. "Faktencheck", das hört sich an wie Wahrheitssuche im Kampf gegen Fake News. Der Versuch war vielleicht gut gemeint - gelungen war er leider nicht.

Fachdienst medienTönendes Lebenswerk

Wenn Friederike Mayröcker etwas energisch von sich weist, dann die oft erhobene Behauptung, sie verfahre nach der Methode des automatischen Schreibens - der "écriture automatique". Bloß niederschreiben, was ihr durch den Kopf geht, flatterhaft, assoziativ, ein Schreiben wie von selbst? Keineswegs, widerspricht die 1924 in Wien geborene Autorin, die ihre Heimatstadt bis heute nur für kurze Unterbrechungen verlassen hat. Bei ihr bleibt kein Stein auf dem anderen, jeder Entwurf wird mehrfach überarbeitet, jedes Wort auf die Goldwaage gelegt.

Fachdienst medienTrump will Zuschüsse für öffentlichen Rundfunk streichen

US-Präsident Donald Trump plant in seinem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr drastische Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk. Die Regierung wolle sich von der Finanzierung der "Corporation for Public Broadcasting" (Gesellschaft für öffentlichen Rundfunk) zurückziehen, erklärte der Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen, Mick Mulvaney, am 15. März. Für das kommende Jahr seien allerdings noch Zuwendungen geplant, um den Finanzierungsprozess zu Ende zu bringen.

Fachdienst medienTussige Prinzessinnen. Die Botschaften der Zeichentrickfantasie

Irgendwann im Vorschulalter lernen Kinder, dass Zeichentrickwelten in Wirklichkeit nicht existieren. Die meisten haben schon schmerzhaft erfahren müssen, wie weh es tun kann, wenn man bloß von der Schaukel fällt - deshalb wissen sie, dass es pure Fantasie ist, wenn eine Cartoon-Figur auf der Flucht in die Tiefe stürzt, beim Aufprall einen Krater produziert und anschließend putzmunter weiterrennt. Trotzdem kommt Zeichentrick immer wieder ins Gerede.

Fachdienst medienUnrechtsbewusstsein im Netz

"Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen." - frei nach Ovid

Zu den Fragen, die rund um das Thema Medienordnung und Medienaufsicht häufiger zu hören sind, gehört sicher die nach dem Sinn. Charakteristisches Element der Konvergenz sei doch, so hört man dann, dass Medien wie alle anderen Industrien in der Digitalisierung aufgehen - oder dass es doch zumindest so sei, dass sich Medien aufgrund ihres globalen Charakters sowieso nicht mehr sinnvoll regulieren oder gar beaufsichtigen ließen.

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienUSA: Spekulationen über Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk

Dem öffentlichen Rundfunk in den USA drohen massive Kürzungen. Haushaltsvorschläge der konservativen Heritage Foundation, die der Trump-Regierung nahesteht, deuteten darauf hin, berichtete der politische Informationsdienst "The Hill" mit Sitz in Washington. Demnach rät Heritage sogar zur Privatisierung. Laut einem Bericht der "New York Times" (Ausgabe vom 17. Februar) steht der öffentliche Rundfunk inzwischen auch auf einer offiziellen Liste mit Streichvorschlägen, die in der Budgetabteilung des Weißen Hauses erstellt wurde.

Fachdienst medienUSA: Streit über Staatsgelder für öffentlichen Rundfunk

Öffentliche Medien wehren sich gegen das Vorhaben von US-Präsident Donald Trump, ihnen Gelder zu streichen. Der Präsident des Verbands der öffentlichen Fernsehsender, Patrick Butler, äußerte sich am 17. März zuversichtlich, dass der Plan noch gestoppt werden könnte. Trumps Haushaltsentwurf werde "im Kongress nicht sehr weit kommen", sagte Butler dem Fachdienst "current.org". Das Amt für Verwaltung und Haushaltswesen hatte die Pläne am 15. März vorgestellt (epd 11/17).

Fachdienst medienVerlage klagen gegen Webangebote von RBB und Radio Bremen

Mehrere Zeitungsverlage in Berlin und Brandenburg gehen gerichtlich gegen das Internetangebot des RBB vor. Der Sender missachte das gesetzliche Verbot der Presseähnlichkeit von nicht-sendungsbezogenen Internet-Inhalten, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 18. April mit. Die Verlage der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", der "Märkischen Oderzeitung", der "Lausitzer Rundschau", der "Volksstimme" und der "B.Z." hätten daher beim Landgericht Potsdam eine Klage eingereicht.

Fachdienst medienVerlässlicher Hort. Der Kinderkanal wird 20 Jahre alt

Als der Kinderkanal vor 20 Jahren startete, ließen Werbeslogans wie "Gewaltfrei. Werbefrei. Frei ab drei" oder "Wenn. Dann. Den" keinen Zweifel daran, an wen sich die PR-Kampagne richtete: nicht etwa an die Zielgruppe, sondern an fernsehkritische Eltern. Nicht minder raffiniert war die Idee, vor allem die Mütter zu treuen Verbündeten zu machen: Wer selbst schon mit "Wickie", "Heidi", "Biene Maja", der "Sendung mit der Maus" oder "Löwenzahn" aufgewachsen war, leistete seinen Kindern begeistert Gesellschaft.

Fachdienst medienVerleger warnen vor "Panikgesetz" für soziale Netzwerke

Die deutschen Zeitschriftenverleger haben erneut vor dem von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vorgelegten Gesetz gegen Hetze in sozialen Netzwerken gewarnt. Der derzeitige Entwurf berge eine große Gefahr für die Presse- und Meinungsfreiheit, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, am 25. April in Berlin. Man brauche kein neues Gesetz, die bestehenden Vorgaben reichten aus.

Fachdienst medienVerleger: Presseähnliche Telemedienangebote verbieten

Die Verlegerverbände sprechen sich für ein "grundsätzliches Verbot öffentlich-rechtlicher presseähnlicher Telemedienangebote aus". Dieses Verbot sei "dringend notwendig und längst überfällig" und solle auch "unabhängig vom Sendungsbezug" gelten, heißt es in einer Stellungnahme, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gemeinsam im Konsultationsverfahren zum "Telemedienauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" abgegeben haben.

Fachdienst medienVeröffentlichrechtlichung. Wie die ARD Sport1 übernehmen wird

Erst sollte die Filmsparte verkauft werden, dann stand Sport1 zur Disposition, nun soll angeblich beides behalten werden - beim Konzern Constantin Medien blickt keiner mehr durch. Wie wird die Posse in Ismaning weitergehen? Ein exklusiver Ausblick auf das, was in den kommenden Wochen geschehen könnte.

Fachdienst medienVier Stunden Elfmeterschießen

Was für ein Glück, dass die UEFA die "Nations League" erfunden hat. Nicht für die Spieler, deren Verletzungsanfälligkeit durch einen weiteren Wettbewerb noch größer werden wird. Auch nicht für die an seriösem Sport interessierten Zuschauer, denen die Idee einer Liga der Nationalmannschaften eher als suspektes Konstrukt erscheint, mit dem die UEFA im ungebremsten Kommerzwettbewerb noch mehr Geld aus der Sportart herauspressen will.

Fachdienst medienVollkorn gegen Zuckerwatte

Die Geschichte ist so besonders und gleichzeitig so alltäglich wie jede andere Romanze: Zwei junge Menschen lernen sich kennen, verlieben sich ineinander und stellen fest, dass es Unterschiede gibt, mit denen sie irgendwie klarkommen müssen. In diesem speziellen Fall haben die Differenzen nicht zuletzt kulturelle und religiöse Hintergründe: Malvina ist ein christliches deutsches Mädchen, Diaa ein geflüchteter Moslem aus Syrien. Er hat bestimmte Erwartungen an eine Beziehung, einige davon gehen ihr zu weit.

Fachdienst medienVon Lügen und Desinformation. Das LPR-Forum Medienzukunft

"Verschwörungstheorien und Verdächtigungen haben Konjunktur", sagte kürzlich der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte der "Zeit". In den Sozialen Medien verbreiten sich Meinungen und sogenannte alternative Fakten ungefiltert, und nicht selten werden diese "Fakten" von Leuten in die Welt gesetzt, die anderen die Verbreitung von Fake News vorwerfen oder die über die "Lügenpresse" schimpfen. Und warum reden wir eigentlich von "Fake News", wenn wir eigentlich Propaganda oder Lüge meinen?

Fachdienst medienVPRT: ARD und ZDF sollten Angebote im Internet zurückfahren

Der Vorsitzende des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Hans Demmel, hat die öffentlich-rechtlichen Sender aufgefordert, weniger im Internet anzubieten. Bei den Onlinemedien gebe es keine "Mangelversorgung", sagte Demmel am 16. Januar beim Deutschen Medienkongress in Frankfurt am Main. Wenn die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Filme länger als sieben Tage in den Mediatheken zur Verfügung stellen würden, gehe das zulasten privater Anbieter.

Fachdienst medienWahrheit und Wirklichkeit. Wer schützt Bücher vor ihrem Titel?

Ein Buch wie "Rettet die Wahrheit" von Claus Kleber sollte man nicht nur lesen, man muss es zugleich vor seinem Titel in Schutz nehmen. An diesem Titel stört weniger, dass ein Ausrufezeichen fehlt. Ärgerlich ist, dass der Autor - oder war es der Verlag? - suggeriert, ein angemessener, seriöser Journalismus sei so etwas wie die von tausend Feinden umstellte tägliche Suche nach der Wahrheit.

Fachdienst medienWDR bekommt Aufschub bei Werbezeitenreduzierung

Der WDR muss die Werbezeiten im Hörfunk nun doch nicht ab 2019 auf 60 Minuten am Tag beschränken. Der Chef der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, Nathanael Liminski, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Ausgabe vom 20. Dezember), die von der Vorgängerregierung beschlossene Reduzierung der Werbezeiten von 75 auf 60 Minuten solle frühestens zum 1. Januar 2021 greifen. Die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen teilte dem epd am 21. Dezember dazu mit, die Regierung habe einen entsprechenden Gesetzentwurf erarbeitet, der dem Landtag im Januar zur Beratung zugeleitet werde.

Fachdienst medienWDR plant crossmedialen Newsroom ab Spätsommer 2019

Der WDR will seine tagesaktuelle Produktion in einem zentralen crossmedialen Newsroom zusammenziehen. Dieser Newsroom solle im Spätsommer 2019 in den WDR-Arkaden in Köln seine Arbeit aufnehmen, sagte eine Sprecherin am 22. Februar dem epd. Im Jahr 2023 solle der Newsroom, in dem die aktuelle Arbeit für Fernsehen, Hörfunk und Online koordiniert wird, in das Filmhaus umziehen. Die Lösung in den WDR-Arkaden sei nur eine zwischenzeitliche Lösung. Der Verwaltungsrat müsse dem Plan noch zustimmen.

Fachdienst medienWDR-Rundfunkrat kritisiert Talkshows als populistisch

Der WDR-Rundfunkrat bekräftigt seine seit Jahren geäußerte Kritik an den von der Landesrundfunkanstalt verantworteten Talkshows im Ersten. Der Programmausschuss sieht Verbesserungspotenzial unter anderem bei der Themen- und Gästeauswahl, wie der Rundfunkrat am 22. November in Köln mitteilte. Die Formate "Hart aber fair" und "Maischberger" setzten nach wie vor zu häufig auf populistische Reizthemen und hätten zu selten Frauen und jüngere Menschen auf der Gästeliste, bemängelt das Aufsichtsgremium unter anderem.

Fachdienst medienWem die Pumpe geht. Die ARD stellt sich bei "Maischberger" infrage

Talkshows haben nicht den besten Ruf, aber man kann dabei einiges lernen. Zum Beispiel, dass das Honorar, das Thomas Gottschalk derzeit für eine Hörfunksendung beim Bayerischen Rundfunk erhält, nicht mal fürs Hotel reicht. Oder dass Beatrix von Storch keine "Tagesschau" guckt, deren Berichterstattung aber für einseitig hält.

Fachdienst medienWer ist noch "Charlie"? Drei Jahre nach dem Attentat

Vor drei Jahren war ganz Frankreich "Charlie", ja ein Großteil der westlichen Welt erklärte sich mit dem Hashtag "Ich bin Charlie" solidarisch mit der Satirezeitschrift, die ihre bekanntesten Zeichner am 7. Januar 2015 durch ein Attentat verloren hatte. Zwölf Menschen wurden durch Islamisten getötet, am Wochenende danach demonstrierten Millionen für die Verteidigung der Meinungsfreiheit, allen voran der damalige Präsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel sowie zahlreiche ausländische Staatschefs.

Fachdienst medienWie wir Radio hören

Seit Ende August dieses Jahres hat die European Broadcasting Union (EBU), der Zusammenschluss aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Europas, eine neue und ungewöhnliche Aufgabe übernommen. Sie wird für den europäischen Raum eine neue Top Level-Domain namens "Punkt-Radio" (".radio") vergeben. Eine Top Level Domain ist das, was man bei einer Adresse im World Wide Web hinter dem eigentlichen Seitennamen findet, also zum Beispiel "ARD-Punkt-De". "Punkt-De" steht hier für die Länderkennung Deutschland. In der Zukunft könnte es also heißen: ARD-Punkt-Radio.

Fachdienst medienWiedergelesen

Der Rundfunkbeitrag ist immer ein schönes Aufregerthema. Kaum wird das Unwort - gern auch in der Variante "Zwangsgebühr" - in den sozialen Medien erwähnt, finden sich sofort viele Empörte, die zurücktwittern oder -posten: "Die wollen doch wohl nicht im Ernst für ihre ewigen Wiederholungen noch mehr Geld." Am Wochenende war es mal wieder so weit. Die FAS hatte im Internet die "exklusive" Meldung verbreitet, ARD, ZDF und das Deutschlandradio wollten, dass die Rundfunkbeiträge "bis 2029 von heute 17,50 Euro auf 21 Euro steigen".

Fachdienst medienWo bin ich und wenn ja, warum? Der Hype um 360-Grad-Videos

Virtual-Reality- und 360-Grad-Journalismus will die Branche revolutionieren. "VR-Journalismus kann sprichwörtlich den Zuschauer in die Szene versetzen - das, was großer Journalismus immer schon angestrebt hat: Du bist hier!", sagte mir die US-Journalistin Nonny de la Peña, die "Godmother of Virtual Reality". Das war im April 2016. Tolles Vorhaben, denke ich, deshalb schaue ich mir an, welche Produktionen deutsche Medienunternehmen zwischenzeitlich auf die Beine gestellt haben.

Fachdienst medienWrabetz fordert Bekenntnis der Regierung zum ORF

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat von der neuen rechtsgerichteten Regierung ein Bekenntnis zu einem starken ORF gefordert. Die Ablösung des unabhängigen Stiftungsrats Franz Küberl sei ein "falsches Signal", sagte der Senderchef am 20. Februar in einem Interview mit der Austria Presse Agentur (APA), das vom ORF verbreitet wurde.

Fachdienst medienYücel würdigt Engagement der Bundesregierung

Der Mitte Februar aus türkischer Haft entlassene Journalist Deniz Yücel hat erneut das Engagement der Bundesregierung für seine Freilassung gelobt. "Ich glaube, die Bundesregierung war sehr in Sorge und hat sich nach Kräften um meine Freilassung bemüht. Wir hatten manchmal Differenzen. Aber die Bundesregierung stand sowohl politisch an meiner Seite als auch juristisch, also im Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte", sagte Yücel am 18. März in einem ersten Interview nach seiner Freilassung, das er gemeinsam der "Welt am Sonntag" und der "taz" (online) gab.

Fachdienst medienZeitungsverlage drohen mit Klagen gegen ARD-Internetangebote

Die ARD und die Zeitungsverleger haben Gespräche über eine sogenannte Gemeinsame Erklärung zu den Online-Angeboten der ARD abgebrochen. Der zum Schluss erreichte Gesprächsstand habe sich in der ARD als nicht akzeptabel erwiesen, sagte ARD-Sprecher Steffen Grimberg dem epd. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) teilte mit, es habe einen "ausverhandelten Kompromissvorschlag" gegeben, der "am Ende von den Intendanten leider nicht unterstützt wurde". Nun werde es zu einer "rechtlichen Klärung" kommen müssen.

Fachdienst medienZiemlich anstrengend. "Hygge", das Magazin zum neuen Megatrend

Socken sind wichtig, am besten selbstgestrickte. Und Kerzen, viele Kerzen. Und natürlich kuschelige Wolldecken. Ohne Kerzen, Socken und Wolldecken kein Hygge. Und Hygge ist der neue Megatrend. Seit das Buch "Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht" des dänischen Glücksforschers Meik Wiking zum Weltbestseller geworden ist, wollen wir alle wie die Dänen sein: Kakao trinken, uns gemütlich zusammenkuscheln und "einfach glücklich sein".

Fachdienst medienZu gut gemeint

Mitten in der Nacht klingelt es bei Familie Krasniqi. Uniformierte halten dem schlaftrunkenen Vater ein amtlich aussehendes Dokument vor das Gesicht. Ihr Auftreten ist rüde. Das Bleiberecht sei widerrufen, die 17 Jahre lang Geduldeten seien "vollziehbar ausreisepflichtig", jetzt gehe es sofort im Sammeltransport nach Pristina. Aufstehen, zusammenpacken, nur 20 Kilo, aber zackig. Die Mutter trennt hastig Erinnerungsfotos aus den Alben. Der Vater (Kasem Hoxha) beteuert, nie einen Abschiebebescheid erhalten zu haben und will reden.

Fachdienst medienZucker für den Affen. Der Boulevard und nackte Brüste beim Kika

Drei männliche Teenager stehen hinter einer goldenen Schaufensterpuppe und öffnen ihren pinkfarbenen BH. Was der öffentlich-rechtliche Kika da in einem Online-Video zeigte, war als Angebot an die Zielgruppe der Zehn- bis 13-Jährigen gedacht, die am Beginn der Pubertät stehen und in deren Lebensalltag Themen der körperlichen Veränderung naturgemäß eine wichtige Rolle spielen. Unglücklicherweise haben die drei Protagonisten des Clips eine dunkle Hautfarbe.

Fachdienst medienZurück in die Siebziger

Je älter Schauspieler werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen das Angebot gemacht wird, die Rolle eines an Demenz oder Alzheimer Erkrankten zu übernehmen. Wenn die Erinnerung nicht trügt, hat es 2002 mit Götz George ("Mein Vater") angefangen. Ihm folgten unter anderem Peter Simonischek ("Mit einem Schlag", 2008), Klaus Maria Brandauer ("Die Auslöschung", 2013), Christiane Hörbiger ("Stiller Abschied", 2013), Hannelore Hoger ("Nichts für Feiglinge", 2014), Robert Atzorn ("Mein vergessenes Leben", 2015).